-
Polyamorie 04 - Kapitel 03
Datum: 28.05.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... wegnehmen. Yasi ging es genauso, Lena war da offener. Sie war ja auch diejenige, die uns eigentlich alle zusammengebracht hat. Nur durch Lena haben Papa und Yasi sich kennengelernt, und nur durch Lena haben wir Julia und Marie kennengelernt. Sie war mit Papa im Krankenhaus, da haben sie Julia zuerst gesehen. Dann später auf der Silvesterparty haben wir sie wiedergetroffen. Julia und Marie sind -- oder vielmehr waren, muss ich ja sagen -- ein Paar und haben uns an dem Abend nach Hause gefahren. So führte eins zum anderen und ehe wir uns versahen, lagen wir alle zusammen im Bett. Das heißt Yasi, Lena, Julia und ich in dem einen und Papa mit Marie in meinem Bett oben. Da war die Welt noch in Ordnung. Jetzt ist Julia tot und wir alle, vor allen Dingen Marie, trauern um sie. Ihr geht es so wie mir, oder vielmehr wie uns allen. Mama, Papas Bruder Alex und seine Frau, Lenas Mutter, Tina, sind zusammen bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Wir drei hatten nur noch uns und jeder die gleiche Angst: Wir wollten nicht alleine sein. Das brachte uns zusammen. Nicht nur körperlich, sexuell, sondern auch als Familie. Wenn ich ein Jahr zurückdenke, hätte ich mir das so nicht vorgestellt. Gut, ich habe herausgefunden, dass Mama nur auf Papas Geld aus war und heimlich eine Affäre hatte. Da ich schon lange für ihn schwärmte, stellte ich mir vor, Mama würde ausziehen und ich ihren Platz einnehmen. Nicht nur am Herd, sondern auch in seinem Bett. Den Tod hatte ich ihr nicht ...
... gewünscht. „Möchten sie etwas trinken?", reißt mich die Stewardess aus den Gedanken. „Eine Cola, bitte", antworte ich. „Bitte sehr! Viel Vergnügen bei uns im A380!", wünscht sie und reicht mir eine Pepsi-Cola. Ich mag lieber Coca-Cola, doch man sagt, dass die Pepsi in den USA anders schmeckt als in Europa und viele mögen diese dann lieber anstatt Coca-Cola. Ich lass mich gerne überzeugen. ‚Mmh', schmeckt gut, ist auch schön kalt, aber die hat so einen Nachgeschmack wie die Europa-Pepsi. Ich trinke sie, aber überzeugt hat sie mich nicht. „Lisa, ich muss mal auf die Toilette." „Schon wieder? Wir sind doch gerade erst auf dem Flughafen gewesen." „Kann ja sein, dass ich schwanger bin, dann ist das so." erklärt sie. „Ja, aber erst eine Woche. Das kann davon nicht sein. Oder hast du auch schon ganz empfindliche Nippel?" „Wenn du mitkommst, können wir es ja herausfinden." Lena steht von ihrem Sitz auf und zieht mich leicht an der Kette, damit ich mitkomme. Natürlich komme ich mit. Ich springe auf und folge ihr. Mit den Ketten ist das nicht so einfach. Es ist ein Gag und auch eine kleine Provokation für die anderen Reisenden. Hier in der 1. Klasse sitzt vor uns nur ein weiterer Fluggast. Er scheint ein Geschäftsmann zu sein. Grauer Anzug, Laptop und einen Ordner mit Dokumenten. Er ist ungefähr 50 Jahre, hat graue Haare und sieht gepflegt aus. Jetzt bemerkt er uns. Ich drehe mich nochmal um und zwinkere ihm zu. Er zieht die Augenbrauen hoch. Kein Interesse? Na warte, ...