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Miranda 04 - Athene, Brix, Martina
Datum: 08.06.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... ablenken.» «Die Distanz spielt indirekt doch eine Rolle. Eine Kommunikationslinie hat schliesslich auch eine Richtung, und die kann man wahrnehmen. Gute Reporter sind darin gut, weniger gute eben weniger, aber perfekt ist niemand. Jetzt nimm mal an, da wären ein paar Objekte in der Nähe des Mondes und Du möchtest eines aussuchen. Vor hier aus gesehen stehen die ganz nahe beieinander. Das Auswählen fällt Dir schwer. Könntest Du zum Mond gehen und Dich neben die Gruppe von Objekten stellen, wäre die Auswahl ein Kinderspiel.» «Aber ich kann nicht so einfach zum Mond fliegen.» -- «Doch. Denke an die Neandertaler im Urwald.» Jetzt verstand ich. «Ich soll mich auf das Bett legen und ohne Körper zum Mond gehen, dort meine Auswahl treffen und wie gewohnt arbeiten?» -- «Wenn Du geübt bist, musst Du Dich nicht auf das Bett legen, sondern Du kannst bei der Tastatur oder beim Diktaphon sitzen bleiben. Wenn Du ganz gut bist, kannst Du Deiner Seele vom Mond aus den ganzen Bericht diktieren und sie schreibt ihn in die Tastatur oder spricht ihn ins Diktaphon. Auf dem Mond brauchst Du keine Hände, keine Augen, gar nichts, nur Dich.» Jetzt schaute mich Nevitan etwas merkwürdig an und bedeutete mir, ich könne den Recorder ausschalten. Ich schaute noch etwas merkwürdiger zurück, dann lachte er kurz und sagte: «Normalerweise behaupten die Leute spätestens an dieser Stelle etwas wie 'Ich kann das nicht', aber Du scheinst da gar keinen Protest zu haben. Könntest Du das ...
... wirklich?» «Ich müsste das versuchen. Vorstellen kann ich mir das ohne weiteres.» «Verlässt Du Deinen Körper beim Sex regelmässig?» Jetzt war ich etwas überrascht, weil ich nicht wusste, was Martina ihrem Mann erzählt hatte und was nicht. Zumindest das Schlüsselerlebnis mit ihren Eltern wollte sie doch ihrem Mann nicht auf die Nase binden. «Martina hat mir erzählt, sie hätte etwas mit Dir erlebt, das für sie wie ein wissenschaftlicher Durchbruch gewesen sei. Ich hatte den Eindruck, dass sie nicht sicher ist, ob Dir das recht ist, wenn sie mir davon erzählt.» Ich entschloss mich für Offenheit: «Vor mir aus darf sie Dir alles erzählen. Ich versuche zusammenzufassen: Martina ist in der Lage, einen Orgasmus zu erleben und dabei einen Teil ihrer bewussten Wahrnehmung aufrechtzuerhalten. Das ist schon mal beeindruckend. Es scheint nämlich so zu sein, dass die meisten Menschen in diesem Moment 'ihre geistigen Augen zukneifen' wie sie das nennt. Pragmatischer könnte man sagen, dass bei den meisten Menschen die gesamte Aufmerksamkeit gebunden ist. Sie blenden alles andere aus und nehmen nicht wahr, was sonst um sie herum geschieht. Das ist Punkt eins. Als zweites und fast noch wichtigeres Element spielt eine Rolle, dass Martina dadurch, dass sie öfters ausserhalb ihres Körpers arbeitet, gewohnt ist, den Ort von anderen Personen zu 'sehen', und ich meine jetzt nicht den Körper einer Person, sondern die Person selbst.» «Aha, und da wird es jetzt anspruchsvoll. Viele können mit dem ...