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Till Eulenspiegels verschwiegene Streiche
Datum: 30.12.2021, Kategorien: Humor,
... sie im Geheimen bösartig und auf manches gar nicht tugendhafte Vergnügen aus war. Dem Eulenspiegel war eine solche Verabredung mit dem Schmied aus dem Nachbarhaus zugetragen worden. Als das Schnarchen des Meisters schon aus der Schlafstube zu vernehmen war, hörte er die Malergattin eines Nachts am Küchenfenster mit dem Schmied flüstern. Am nächsten Tage pünktlich zur Mittagszeit, wenn die beiden Maler noch im Nachbarort die Türe des Rathauses streichen, solle er sie heimlich besuchen. Hierfür sei die Schlafkammer des Eulenspiegel bestens geeignet. Dort würde niemand sie vermuten. Daraufhin machte sich Eulenspiegel sofort ans Werk. Er brach einige Steine aus der Mauer, so dass er freie Sicht auf die Gasse vor dem Haus hatte. Dann klebte er ein Stück Papier darüber und bemalte es mit weißer Tünche wie die übrige Wand. So werde niemand sogleich bemerken, dass da eine Öffnung wäre. Von außen schrieb er auf das Pergament, dass sich am nächsten Mittag Punkt zwölf Uhr Glockenschlag jeder an den Farbtöpfen bedienen könne, die dahinter aufgestellt seien. Man solle nur kräftig mit der Hand durch die Mauer greifen. Dies hatte sich am nächsten Vormittag schnell in Celle herumgesprochen. Und zur Mittagszeit drängten sich wohl zwei Dutzend Leute vor der Gesindestube. Ungeduldiges Raunen erklang, bis die Turmuhr zwölf Mal geschlagen