1. Weihnachtsfeier


    Datum: 06.02.2022, Kategorien: 1 auf 1,

    Es sollte ein schöner besinnlicher Abend werden, doch schon beim Essen spüre ich immer wieder die Hand auf meinem Bein. Ich beuge mich zu ihm, flüstere, lass das oder ich werde schreien. Er zieht seine Hand zurück. Die anderen die uns gegenüber sitzen schauen schon, was wir zu tuscheln haben. Wenn die nur wüssten, was der Kerl hier grade versucht, die würden wahrscheinlich schreiend weglaufen. Nach dem Essen setzte ich mich in eine gemütliche Ecke, um in Ruhe was zu trinken.
    
    Die anderen tanzen durch den Raum, aber mir ist so gar nicht nach tanzen zumute. Doch immer wieder kommen sie zu mir, fordern mich auf mitzumachen, freundlich lehne ich ab und vertröste sie auf später. Ich mag sie alle wie sie da sind sehr gerne, aber es gibt tage da will ich auch einfach meine Ruhe haben. Ich hatte heute einen schweren Tag, da ich vor der Feier ja noch arbeiten musste. Fröhlich feiern die anderen und spielen Spielchen.
    
    Mein Sitznachbar vom Essen setzt sich ganz nah neben mich. Drückt mir ein kleines Päckchen in die Hand. So schön wie das eingewickelt ist kann ich mir nicht vorstellen, dass er das selber gemacht hat. Als ich das Päckchen auspacke, kommt eine sehr feine silberne Kette mit einem Herzanhänger zum Vorschein, dazu die passenden Ohrringe. Er beugt sich zu mir, flüstert mir ins Ohr, dass er sich wünscht, dass ich heute Nacht die Sachen für ihn trage und er meint nur das.
    
    Er schaut mich an und ich werde bei der Vorstellung rot. Mein Blick gleitet zu meinem Ehering. Ich ...
    ... beuge mich zu ihm, flüstere, dass es nicht geht, die anderen dürfen nichts mitbekommen. Auch wenn ich schon sehr lange mit ihm schlafe. Die anderen dürfen auf keinen Fall mitbekommen, was wir sonst so treiben. Wir beide sind schließlich verheiratet, aber die anderen, die wären geschockt, wenn sie das wüssten, was wir so tun. Was das für ein Gerede auslösen würde und die ganzen Erklärungen, die folgen müssten.
    
    Dazu bin ich noch nicht bereit und er auch nicht, das weiß ich, da wir uns darüber schon oft unterhalten haben. Eines Tages muss es sein, dann werden wir uns den anderen gegenüber offenbaren und mit ihnen darüber reden, aber ganz bestimmt nicht heute. Ich streichel ihm zärtlich die Hand, lege meine linke über seine rechte, sodass sein Ehering verdeckt wird. Ich flüster ihm ins Ohr, gebe ihm ein Versprechen, dass ich für ihn da bin und seinen Wunsch erfüllen werde, sobald die anderen weg sind und wir nur noch zu zweit sind.
    
    Seine Augen beginnen zu leuchten und er zwinkert mir zu. Er schaut sich schnell um, ob uns jemand beobachtet, dann gibt er mir einen schnellen Zungenkuss. Kaum ist der Kuss beendet, fragt schon jemand, was wir da schon wieder machen. Haben Sie etwas mitbekommen, diese Frage drängt sich mir sofort ins Hirn. Er wird von mir weggezogen und muss mit den anderen spiele spielen. Kurz muss ich lachen als ihm jemand einen Kopfschmuck mit Rentiergeweih aufsetzt.
    
    Das sieht aber auch zu dämlich aus. Dieser große kräftige Mann und dann dieser Kopfschmuck. ...
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