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Das Erlebnis
Datum: 07.05.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen,
Es war eine anstrengende Woche gewesen. In der Form anstrengend, dass sie am Freitag bereits über die genaue Formulierung ihrer Kündigung nachdachte. Es war keine Arbeit die sie besonders gerne machte. Nichts was ihrem Wesen entsprach. Und Wochen wie diese konnten echt das letzte bisschen Energie aus einem rauspressen. 7 Projekte musste sie innerhalb kürzester Zeit, anleiten, aufbauen, managen und abschließen. Alle Abgabefrist heute. Gab es dafür irgendeinen angemessenen Dank? Ein müdes Lächeln und einen schlaffen Händedruck vom Chef. Das wars. Dafür hat sie Überstunden geschoben, schlecht geschlafen, ihr Privatleben vernachlässigt und sich voll reingehängt. Ein kurzer Wutschrei gefolgt von einem dezenten Schlag aufs Lenkrad folgt Sarahs Gedanken. Sie musste sich irgendwie ablenken. Irgendwie abreagieren, etwas tun was sie das Ganze vergessen ließ. Grübelnd fuhr sie weiter durch die verregneten Straßen Berlins. Während einer Rotphase fiel ihr Blick zum Handschuhfach. Der Verschluss war defekt und wenn sie etwas energischer fuhr passierte es schonmal, dass das Fach einfach aufklappte. So wie heute. Eine Visitenkarte ist auf den Beifahrersitz herausgefallen. Sarah blickte erst nur flüchtig drauf um dann interessiert doch nochmal genauer hinzuschauen. Auf der Karte war das Logo eines Massagesalons gemalt. Sie erinnerte sich die Karte von einer Kollegin zu haben. Diese hat sie ihr mit einem verschmitzten Lächeln zugesteckt und den Worten: „Falls du mal Stress abbauen ...
... musst nimm die Glücksgefühlmassage". Der Salon war nicht weit von hier... Die Ampel springt auf grün. Kurz entschlossen setzt Sarah den Blinker und biegt links ab. Irgendjemand hupt halbherzig hinter ihr, aber das ist jetzt auch egal. Eine beschissenere Woche als sie kann der sowieso nicht gehabt haben. 5 Minuten später war sie schon am Ziel. Nicht weit vom Salon war sogar eine Parklücke vorhanden. In Berlin. In der Innenstadt. Damit muss das Jahresmaß an Glück wohl aufgebraucht sein. Sarah griff ihren Regenschirm von der Rückbank und stieg aus. Niagaraartige Sturzbäche prasseln sofort auf sie ein. Mit Mühe kann sie den Wind davon abhalten ihr den einzigen Schutz vor den Wassermassen aus den Händen zu reißen. Schnell und mit gesenktem Kopf läuft sie zu der Adresse auf der Visitenkarte. Die Tür ist in einem sanft schimmernden Gelbton beleuchtet. Ein Ying und Yang Symbol prangt über dem Rahmen. Kurz steht Sarah unschlüssig davor, gibt sich dann aber einen Ruck. Sie wollte eine Ablenkung und jetzt ist sie hier. Und ihre verspannten Muskeln werden sich bedanken. Sarah drückt die Klinge nach unten und die Tür schwingt nach innen auf. Warme Luft empfängt sie und ein Geruch nach Lavendel. Sanfte Musik ertönt im Hintergrund. Irgendwas melodisches ohne Gesang aber was genau war schwer zu sagen. So wie eine Art Mischung aus allem. Sie klappt den Regenschirm zusammen, welcher den Roten Fußtreter unter ihren Schuhen volltropft. Vor ihr erschließt sich ein kleiner Raum. ...