1. C10 Die neue Geliebte


    Datum: 13.05.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    Unsicher blickte ich zu dem Gatter, welches mir die Einfahrt zu dem Bauernhof versperrte. Auf dem Satellitenfoto in Google-Maps hatte ich mir das Gelände genau angesehen und ich fand nur diese eine Zufahrt. Als ich gerade aussteigen wollte, schwang das Gatter lautlos auf und gab mir die Zufahrt frei.
    
    Die Zufahrt war schon etwas gewagt ausgedrückt, denn Feldweg traf schon eher zu. Allerdings war er zugewachsen und bestimmt wurde er die letzten Wochen nicht befahren. Wer baut denn eine so hochmoderne Überwachungsanlage vor so einen unbenutzten Weg. Bei den ganzen Schlaglöchern war ich froh, dass Papa mir einen kleinen Geländewagen geschenkt hatte. Mit einem Kleinwagen wäre ich hier bestimmt nicht durchgekommen. Wenige Meter weiter änderte sich allerdings einiges. Zwar wurde der Weg nicht besser, dafür waren die Felder links und rechts vom Weg frisch gepflügt.
    
    Mein Blick richtete sich auf die vier Gebäude, die um den Hof errichtet waren. Drei Gebäude passten zusammen, der große Stall, die große Scheune und das eigentliche Haupthaus. Dazu kam allerdings ein kleiner Neubau, überhaupt nicht zu dem Hof passend, eher ein kleines Siedlungshaus. Ansonsten sah alles wie ein normaler Bauernhof aus, einschließlich des kleinen Parkplatzes mit mehreren Personenwagen. Auf einem freien Platz stellte ich meinen Wagen ab und ging unsicher in die Mitte des Hofes. Hier sollte nun mein Leben weitergehen, Papa hatte mich hergeschickt, denn bisher gab es nichts, was mich wirklich glücklich ...
    ... machte.
    
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    Alles fing an, als ich zwölf war und noch Freundinnen hatte. Inzwischen weiß ich, dass es schlechte Freundinnen waren, denn sie redeten mir ein, dass ich zu dick sei. Das war allerdings nicht, weil ich zu viel wog, eher waren sie neidisch, dass ich alles Essen konnte, ohne zuzunehmen. Das war ja nicht normal, also war ich zu dick. Von dem Hänseln ließ ich mich manipulieren und hörte auf zu essen. Nun wurde ich plötzlich für alle interessant, Mutti und Papa kümmerten sich vielmehr um mich, wie um meine kleine Schwester. Der Nachteil war allerdings, durch mein Hungern mergelte ich meinen Körper aus, und als sich alle Sorgen machten, gab ich vor, sterben zu wollen.
    
    Es folgte der übliche Kram, Einweisung in die Psychiatrie, viele, viele Gespräche und noch mehr Gelegenheit mich in alles hineinsteigern zu können. Einen Ausweg gab es nicht, da half es noch nicht einmal, dass ich so nebenbei meine Familie zerstörte. Irgendwann wurde ich in ein Camp geschickt und selbst dort verzweifelten sie an mir. Papa musste mich vorzeitig abholen und auf der Rückfahrt sprach er Klartext mit mir: „Inzwischen ist es mir scheißegal, ob du krepierst." Damit hatte ich meine letzte tragende Säule verloren.
    
    Die nächsten Monate dümpelten dahin, dann wollte meine kleine Schwester Urlaub auf einem Reiterhof machen, unsere gemeinsamen Campingurlaube wurden ja durch „meine Krankheit" immer wieder abgesagt. Mutti hat mich mit auf den Reiterhof geschickt und vielleicht war das meine ...
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