1. Kometenhaft 14


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte konnten zwar nichts Besonderes feststellen, aber in Anbetracht der Lage um alte Menschen glaube ich kaum, dass er wieder lebend herauskommen wird. Ich war zwar nie sonderlich begeistert von ihm, aber tot wünsche ich ihn mir auch nicht. Seine Sekretärin bestätigte alles und brach schließlich in Tränen aus. Zu ihr war er wohl immer gut und nett und nun das.
    
    Mist! Was machen wir, seine Studenten, nun? Das Sekretariat hatte darauf auch keine wirkliche Antwort, hat uns aber empfohlen, nach Kräften erst mal weiterzumachen, da es sich bei Wannlers Projekt um eine staatlich geförderte Forschungsarbeit handelte und sonst die Gelder gestrichen werden. Sie 'bemühen' sich um Ersatz. Na toll. OK, ich weiß noch, was ich tun muss und mache erst mal weiter. Was soll ich sonst tun?
    
    Ich war erleichtert, als Mareike gegen Mittag in mein Labor kam und mich anlächelte. Auch hier setzte sie sich einfach neben meinen Schreibtisch auf den Boden und wartete. Ich fragte gleich nach, ob es irgendwelche Probleme gab, oder sie von jemandem angemacht wurde, aber sie lächelte weiter zurück und meinte nur: "Nein, kein Problem. Ich habe Aufgaben fürs Studium erhalten.". Ich glaube nicht, dass sie mich anlügen kann.
    
    Ich beeilte mich, fertig zu werden und sie nach Hause zu bringen.
    
    Hätte ich gewusst, was mich dort erwartet, wäre ich vielleicht lieber bis zum Abend im Labor geblieben.
    
    Vanessa war da! Sie plauderte mit Andrea in der Küche. ...
    ... Und natürlich sah sie, wie ich mit Mareike an der Hand herein kam und Mareike überflüssigerweise mir gleich einen Kuss auf die Wange aufdrückte, ehe sie in ihrem Zimmer verschwand.
    
    Wie vom Blitz getroffen stand ich dann nur da und glotzte Vanessa an. Sie jedoch brach in Tränen aus, beschimpfte mich, dass ich mir wohl nicht viel Zeit gelassen hätte, sie zu vergessen und ich ein riesen Arschloch sei und sie mich nie wieder sehen wolle. Danach floh sie aus der Wohnung, bevor ich auch nur einen Mucks von mir geben konnte.
    
    Ich klappte, wo ich war, zusammen und brach in Tränen aus, während Andrea ihr hinterher stürmte. Sie berichtete mir später, dass sie versucht hatte Vanessa zu beruhigen, ihr zu erklären, dass die Beziehung zu Mareike eine andere war und ich sie noch immer lieben würde. Aber schließlich rannte Vanessa weinend davon.
    
    Irgendwie schleppte ich mich danach unter tröstenden Worten von Andrea in mein Zimmer, wo ich nun sitze und versuche, mir meinen Schmerz von der Seele zu schreiben. Mareike habe ich wieder auf ihr Zimmer geschickt und sie gebeten, mich heute Nacht alleine zu lassen. Ich hoffe, sie kann sich daran halten.
    
    Ich habe versucht, Vanessa anzurufen, aber sie geht nicht ran. Deswegen habe ich ihr eine Nachricht im Chat hinterlassen: "Ich werde dich immer lieben! Ich wünsche Dir, dass Du eine bessere Liebe findest, als mich. Ich werde es nicht."
    
    Ich habe die Liebe meines Lebens verloren, schon wieder, und diesmal sehe ich keine Hoffnung ...