-
Silberhochzeit 2
Datum: 24.11.2022, Kategorien: Sonstige,
... nippen, bevor ich es mit zitternden Fingern auf den Tisch zurückstelle. Dann werde ich in seine Arme gezogen. "Was glaubt der Idiot eigentlich, was wir in der nächsten halben Stunde tun werden?", fragt er mich leise, bevor er mich sanft küsst und wir zu unserem Song tanzen. Sein Kuss wird immer dringlicher, bis er sich ganz plötzlich von meinen Lippen löst. "Wir könnten schon zuhause sein und nackt im Bett liegen, wenn der Spinner nicht wieder mal das Bedürfnis hätte mich auf die Palme zu bringen, denn dass er uns nur davon abhalten will nach Hause zu gehen, ist doch wohl klar", er sagt das ohne jeglichen Groll in seiner Stimme und ich weiß, dass er genauso wie ich erkannt hat, was Enrico mit dieser Aktion wirklich bezweckt. Er gibt uns die Möglichkeit in aller Ruhe in Erinnerungen zu schwelgen. "Ich liebe diesen alten Mistkerl beinahe so sehr wie dich, mein Engel. Nur ein einziges Mal war ich so sauer, dass ich ihm am liebsten den Hals umgedreht hätte ...", gesteht Christian leise. "Ich liebe ihn auch, ein Leben ohne ihn kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin froh, dass du ihm am Tag nach unserer Hochzeitsnacht nicht den Hals umgedreht hast, sondern ihn lachend in die Arme nahmst", erkläre ich ihm schmunzelnd. -.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-. __________________ Papa Fernando führte mich in die Kapelle, die außerhalb des Ortes, auf einem dicht bewaldeten Hügel lag. Er küsste meine Stirn, bevor er mich vor dem kleinen Altar an Christian übergab, als ...
... wäre ich seine Tochter. Mama Maria schluchzte in der ersten Sitzreihe vor sich hin und ich war so aufgeregt, dass ich beinahe zu atmen vergaß. Christian lief eine Träne über die Wange und er schniefte, als er meine Hand ergriff. Die Trauung ging ziemlich schnell vonstatten, was wir uns bei unserem Vorgespräch von dem Pfarrer erbeten hatten. Wir wollten auch kein persönliches Treuegelöbnis aussprechen müssen, denn in der Aufregung hätten wir sowas sowieso nicht zustande gebracht. Also fügte Christian seinem Jawort nur noch ein "für immer" hinzu und ich brachte zunächst, vor ergriffenem Schluchzen, überhaupt kein Wort über die Lippen. Ich musste mehrmals ansetzen, bis meine Stimme mir gehorchte und ein verständliches "Ja, das will ich von ganzem Herzen", von mir zu hören war. Anschließend feierten wir mit unseren Freunden. Natürlich in Mama Marias und Papa Fernandos Lokal, welches sie für den Anlass extra geschlossen hatten. Wir waren glücklich. Jeder wollte mit mir tanzen und das mehrmals und pausenlos. Ich wurde praktisch auf der Tanzfläche einfach weitergereicht. Erschöpft schmiegte ich mich an meinen Mann, als er es endlich geschafft hatte auch mal wieder an der Reihe zu sein. "Ich liebe dich so sehr, mein Engel", bevor ich seine Worte erwidern konnte, küsste er mich. Eng umschlungen standen wir, verloren in unserem zärtlichen Zungenspiel, mitten auf der Tanzfläche und kehrten erst auf den Boden der Tatsachen zurück, als unsere Gäste beifällig ...