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Die Bio-AG 03
Datum: 14.05.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen,
... bei Pheromonforschung denkt. Das ist einer der Gründe, warum ich ausgestiegen bin. Menschen sind eben keine Schmetterlinge, die man einfach fernsteuern kann. Das ist alles ein wenig komplizierter. Und dann kommt immer noch die Psyche dazu. Das hat man sehr gut bei dir gesehen." Carlos beschloss, nicht beleidigt zu sein. „Wie schade, dass es nicht funktioniert. Ich dachte alle meine sexuellen Probleme wären endlich gelöst", seufzte er gespielt theatralisch. „Na ja, ein paar geheime Tricks habe ich natürlich schon noch auf Lager. Aber bei mir wärst du eh nicht weiter gekommen", lächelte sie ihn mitfühlend an und nahm ihm den Seidenschal aus der Hand. „Den hat die Mutter einer Schülerin hier vergessen." Spätestens seit Liliane Carlos einen Kaffee gebracht hatte, war sein letzter Groll wegen ihres Anschlags verflogen. Sie unterhielten sich über dies und das, sein Studium und sein neues Leben. Später zog Liliane dann eine Flasche Wein aus dem Regal, die unter den Gläsern mit den biologischen Präparaten versteckt war. Nach der ersten Runde hatte sie ihm ihren größten Schatz gezeigt: ein Kasten aus poliertem Mahagoni mit drei Glaszylindern, in denen drei undefinierbare Präparate in einer gelblichen Flüssigkeit schwammen. Sie erinnerten ein wenig an verschrumpelte, wulstige Tintenfische und wurden durch drei Messingschilder als vulva dorcadis, vulva equae und vulva elephantae ausgewiesen. Er bekam große Augen, als ihm klar wurde, was er vor sich hatte, obwohl er mit ...
... dorcadis zugegebenermaßen nichts anfangen konnte. Spätestes zu diesem Zeitpunkt hätte er wissen müssen, wie wichtig hier gute Lateinkenntnisse immer noch waren. Liliane freute sich diebisch, als er sie geschockt anblickte und sie lachten zusammen, als er fragte, wie sie das denn im Unterricht einsetzte. Als der Wein geleert war, hatte sie ihm dann von einer speziellen AG erzählt, die sie plante. Wenn er sich engagieren wolle, wäre das ein eleganter Weg für ihn, sich das Leben angenehmer zu machen. Er könne so seinen Arbeitsplatz von einer ganz neuen Seite kennenlernen. Vielleicht könnte sie es ihm ja sogar schmackhaft machen, sich nach seinem Referendariat am Roxi zu bewerben. Diese Schule brauchte dringend qualifizierten und loyalen Nachwuchs. Aber leider wären junge Lehrer wie er nur schwer in der Kleinstadt zu halten. Carlos hatte den Abend genossen. Zum ersten Mal seit der Trennung von Cristina und seiner Flucht in die Provinz hatte er sich wieder an einem Ort zuhause gefühlt. Dass die AG mit der speziellen Aufnahmeprüfung verbunden war, die ihm jetzt bevorstand, hatte Liliane ihm damals nicht erzählt. Er seufzte. Die ständigen Prüfungen, die er seit einem Jahr zu absolvieren hatten, verfolgte ihn nun auch hierher. Und dann auch noch fachfremd: Latein. Spanisch wäre ihm lieber gewesen. *** Als Carlos wieder zu den vier vor ihm aufgereihten Teilnehmerinnen sah, hatte sich Celine schon vollständig ausgezogen. Yogapants und Trainingsjacke lagen in einem Knäuel ...