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Das Refugium - Complete 000 - 015
Datum: 22.11.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... schon ganz ungeduldig auf Dich." „Was hast Du mit ihr angestellt, Du gemeines Schwein? Du hast versprochen, dass Du sie gut behandelst bis ich zurück bin. Du hast sie doch nicht etwa angerührt?" „Ach wo, Du weißt ja dass Deine verwöhnten Gören zu kaum etwas zu gebrauchen sind, sie sind nicht einmal gut zu ficken. Ich schwöre Dir, sie lebt, sie ist hundertprozentig sicher untergebracht, und niemand fasst sie an, nicht einmal ich." Ritchie lachte dreckig, tippte sich an seinen affigen Panamahut zum Abschied, und machte sich auf die Rückfahrt. Als er die unsichtbare zweieinhalb Kilometer Außengrenze passierte, beendeten alle Controller der Station den gelben Alarm automatisch. Die nächsten Tage verbrachte Marianne damit, die Steuerprogramme für die TransportBots zu erforschen. Manfred erzählte sie, dass sie sich ins Programmieren einarbeiten wolle, sie hätte das immer schon einmal lernen wollen. Manfred hatte keinen Grund, daran zu zweifeln, und gab ihr Zugriff auf die nötigen Werkzeuge. So lange sie nur leere Transportplattformen in der Gegend herumschicken wollte, sah er kein Problem. Er sollte sich irren. Manfred verbrachte inzwischen viel Zeit mit Lisa. Aus der desinteressierten Göre war eine sehr aufgeweckte junge Frau geworden, die sich lebhaft für die Station interessierte. Manfred führte sie gerne herum und zeigte ihr alles. Sie begannen ihren Rundgang bei den Fertigungs-Bots, Manfred hatte da ohnehin zu tun. In der riesigen Kaverne standen ...
... unzählige dieser Maschinen in Reih und Glied, aber die Meisten standen still eingefroren wie die Armee der Terrakottakrieger. Hin und wieder erwachte wie von Geisterhand ein einzelner Bot zum Leben und begann, irgend etwas zu bauen. Es gab aber nicht mehr viel zu tun, seit die Station nur noch von drei Menschen bewohnt wurde. Bewundernd sah Lisa zu, wie Manfred mit ruhiger Hand eine kompliziert aussehende Maschine öffnete, dicke Kabelstränge beiseite schob und einige winzige Teile gegen gleichartige austauschte, die bereits auf einer Transportplattform auf ihn warteten. Er machte dabei offenbar keinen Fehler, und er hatte die Hilfe-Funktion auf einer nahen Wand offen, aber er beachtete sie gar nicht. Nach all den Jahren wusste er auswendig, wo er hinfassen musste. "Er hat definitiv Nerven wie Stahl und sehr sensible, ruhige Hände,", dachte Lisa, "kein Wunder, dass er so gut mit meinem Körper umgehen kann." Als Manfred nach kurzer Zeit die Abdeckungen wieder schloss und einen grünes Icon auf seinem Controller drückte, erwarte der Bot kurz zum Leben und räkelte seine zahlreichen Arme. Er drehte sie, die mit seltsam aussehenden Werkzeugen gespickt waren, in alle Richtungen, als wäre er gerade aus einem tiefen Schlaf aufgewacht und streckte nun seine steif gewordenen Glieder. Dann faltete er sich wieder zusammen in seine Ruhestellung, und schaltete sich auf Standby. Melancholisch stand er nun in der endlosen Reihe anderer wartender Bots, bis ihm vielleicht eines Tages wieder ein ...