1. Kometenhaft 00 - 01


    Datum: 24.08.2024, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... problemlos in so abstrakte Dinge wie Wechselstromtechnik hineindenken konnte.
    
    Aber wirklich bemerkenswert an ihr, war dazu der krasse Kontrast, den ihre Erscheinung bot. Die meisten weiblichen Wesen im Hauptstudium hatten sich längst der Männerwelt angepasst. Sie trugen Jeans, T-Shirt, Pullover, vielleicht auch mal eine Bluse, und meist bequeme Schuhe wie Turnschuhe oder Slipper. Sie waren meist ungeschminkt und trugen ihre Haare entweder kurz, oder in irgendeiner Weise hinten zusammengebunden. Klar, wenn man mit ihnen aus ging, waren auch sie deutlich weiblicher unterwegs, aber während der Vorlesungszeit tauchten sie zwischen den Männern unter. Nicht dass man mich jetzt falsch versteht: sie waren schön, und wenn man sie außerhalb der Hochschule sah, oft auch ein Hingucker. Aber in der Hochschule waren sie bestenfalls Mauerblümchen.
    
    Vanessa nicht. Oft genug saß sie auch in einem schicken Kleid und hochhackigen Schuhen, in denen seidig bestrumpfte Beine steckten, in der Vorlesung. Dazu war sie dezent geschminkt, gerade richtig, um ihrem weichen Gesicht, das von wallendem rotbraunem Haar umgeben war, die richtigen Highlights zu geben. Aber das wahre Highlight waren ihre Augen: selbst die junge Ornella Muti wäre neben ihr blass geworden (Ja, ich bin wohl auch ein kleiner Nostalgiker). Nein, wirklich, wer diese stahlgrauen Augen gesehen hat, kann nur noch davon träumen.
    
    Im Sommer kam sie ab und zu sogar in einem wunderschönen cremeweißen rückenfreien Einteiler in die ...
    ... Hochschule. Die armen Studenten, die hinter ihr saßen, haben von ihren Vorlesungen bestimmt nichts mitbekommen, zumal ihre Figur ein Übriges dazu tat, jeden Gedanken an lernen hoffnungslos aufzugeben. Mit 1,70m (ohne Schuhe) gehörte sie nicht gerade zu den kleinen Frauen, aber ihre schlanke und doch weiblich Figur wurde dadurch noch graziler. Ihre Beine schienen endlos und ihre ebenso schlanken Arme endeten in schmalen Handgelenken und Händen mit herrlich feingliedrigen Fingern.
    
    Nur zwei Dinge versuchte sie immer mit etwas mehr Stoff zu kaschieren. Und so blieb es den meisten Männern der Fantasie überlassen, wie wohl ihre Brüste und ihr Hintern aussahen. Waren dies womöglich doch Makel an ihr?
    
    Falls es noch nicht aufgefallen ist: Sie war meine absolute Traumfrau und ist es immer noch. Aber ich war entweder zu blöde, oder zu schwach sie zu halten, und jetzt ist sie weg.
    
    Ich kann es auch heute noch kaum fassen, wie wir zueinander gefunden haben. Ich hätte nie gedacht, dass sich auch nur eine platonische Freundschaft zwischen uns entwickeln konnte. Ein bestenfalls Durchschnittstyp und dieses phantastische Wesen - Unmöglich. Ich habe es gar nicht erst versucht, ja nicht einmal daran gedacht. Aber Schritt für Schritt hat es sich entwickelt. Im Grundstudium waren wir noch getrennt durch die Masse an Studenten um uns herum, die teilweise verzweifelt versuchten, sich die Grundlagen mit unserer Hilfe anzueignen. Man erkannte diejenigen mit Vorbildung oft daran, dass sie von ein ...
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