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S&O - Zielpersonen 01-05
Datum: 07.02.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
... viel jüngere Frau in einem schwarzen Ganzkörperanzug, der nur den Kopf freiließ. Ihr langes, ebenfalls schwarzes Haar trug sie in einem sehr hoch angesetzten und äußerst straff gebundenen Pferdeschwanz. Olivia fiel auf, dass die Frau kein Haarband benutzte, sondern dass irgendetwas Metallenes mit einem winzig kleinen Schloss in ihr Haar geflochten war. „Guten Tag!", grüßte Sophie und stellte sich vor. Sofort fielen ihr die vielen schwachen Druckstellen und leichten Rötungen im Gesicht der Frau auf. Besonders die Wangen waren damit übersät. Sophie konnte sich deren Herkunft jedoch nicht erklären. „Folgen Sie mir bitte! Tamara erwartet sie schon", sagte die Frau leise mit heller Stimme, drehte sich um und schritt auf ihren Ballett-heels gekonnt den Flur hinunter. Das wird wohl Kätzchen sein, dachte Olivia und sah, dass ihre Partnerin mit den Lippen unhörbar genau diesen Namen formte. Im großen Wohnzimmer, das mit viel Holz vertäfelt war, blieben die drei stehen. Tamara Silber erhob sich aus einem wuchtigen Ledersessel, dessen knallrote Farbe an diesem sonst in dunklen Tönen gehaltenen Ort sofort als Zentrum herausstach. „Schön, dass Sie pünktlich kommen konnten." Fasziniert betrachtete Olivia ihre Auftraggeberin. Deren jetziges Outfit war noch auffälliger als das vom Vormittag. Tamara war fast nackt. Von einem Metallring am Hals hingen unzählige grobgliedrige Ketten über die großen Brüste hinab zu einem weiteren Metallring, der um ihre schmale Taille ...
... gelegt war. Von dort wiederrum verliefen weitere Ketten nach links und rechts zu Metallringen, welche um die Oberschenkel geschlossen waren. Ihre glattrasierte Schamgegend lag völlig frei. Das goldene Klitoris-Piercing stach optisch hervor und wurde durch das Silber der Ketten noch betont. Als die Hausherrin aufstand, klirrte das Metall. Einladend bedeutete sie den Detektivinnen, näherzutreten. Tamara war sich ihres Auftrittes bewusst und ließ den Gästen einen Augenblick Zeit, sich an ihren Anblick zu gewöhnen. Als Olivia die Ketten genauer in Augenschein nahm, bemerkte sie kleine Erhebungen auf den Ringen, die im Licht der durch die breite gläserne Terrassenfront hereinscheinenden Sonne glitzerten. „Ein Geschenk meines dritten Mannes", erklärte Tamara. „Das Kettenhemd ist mit fast einhundert kleinen Rubinen mit je 24 Seitenflächen bestückt. Eine Fläche für jeden Monat, den wir bis zu diesem Geschenk zusammen waren. Nach seinem Tod habe ich ein paar aus seiner Asche hergestellte Diamanten hinzugefügt, denn Kätzchen mochte meinen Mann sehr." Tamara streckte die Hand aus. Die beiden Detektivinnen wussten im ersten Moment nicht, was diese Geste zu bedeuten hatte. Eine Sekunde später aber huschte die Frau im Latexanzug an ihnen vorbei und kniete sich vor die Hausherrin. Sie drehte ihren Kopf zur Seite, schlang die Arme um Tamaras Beine und presste ihren Kopf gegen das Kettenhemd. Als Tamara beide Hände auf das Haupt der vor ihr knienden Frau gelegt hatte, zog sie den ...