1. So schnell kann es gehen..


    Datum: 04.03.2026, Kategorien: Ehebruch

    ... sie. Nicht grade subtil formuliert, aber Recht hatte sie.
    
    Bei mir war in den letzten zwei Jahren Arbeit angesagt, für Männer hatte ich einfach keine Zeit. Davor zwei Beziehungen, die nicht dem entsprachen, was ich mir für die Zukunft vorstellte. Danach ab und an mal einen ONS, aber nichts Ernstes dabei. Marlene sagte mal, für sie ziemlich tiefsinnig, Typen fürs Leben lernt man nicht in irgendwelchen Bars oder Clubs kennen, da tauchen die meistens nicht auf. Und so war es auch, jedenfalls meine Feststellung.
    
    Ich schnappte mir eine Tasse Kaffee, ging zu ihm und sprach ihn an. Seine Reaktion war überschaubar. Er sah mir nur in die Augen und sagte nichts. Ich ließ einen Spruch los und ging zurück. Marlene schaute mich an. Und? Ja nichts, antwortete ich, er hat gar nichts gesagt. Blödmann. Wir mussten beide lachen. Dann sah ich nochmals zu ihm. Er schaute mich an, mit einem Blick, der mir die Luft nahm. Es war ein Blick, wie ich ihn mir immer von einem Mann gewünscht habe.
    
    Mein Lachen erstickte. Ich wollte ihn doch nicht auslachen, ihn nicht verletzen, hob meine Hand entschuldigend und wollte zurück zu ihm, als die anderen Teilnehmer der Besprechung mein Büro betraten.
    
    Tobias
    
    In diesem Moment hat es wohl begonnen. Als die Besprechung zu Ende war, nahm ich all meinen Mut zusammen und ging zu ihrem Schreibtisch und sprach sie an. Entschuldigen Sie, sagte ich zu ihr, wenn Sie mir das nächste Mal einen Kaffee bringen möchten, schaffe ich es vielleicht sogar, mich zu ...
    ... bedanken. Wir kamen uns im Laufe der Zeit näher, wurden vertrauter, verliebten uns ineinander. Manchmal frage ich mich, was diese Traumfrau dazu bewegt hat, mich auszusuchen. Zwei Jahre später heirateten wir. Eine glückliche Ehe, unser Beruf nahm uns in Anspruch, später auch die Kinder.
    
    Dann spielte sich nach und nach eine gewisse Routine ein. Unser Leben war getaktet, auf die Erfordernisse ausgerichtet, Beruf, Kinder, der Alltag. Und irgendwie und irgendwann traf das auch auf den Sex zu. Vorher noch wild, spontan, häufig, war es mittlerweile ohne Spontanität mehr, keine Überraschungen. Die Schuld, wenn man überhaupt von Schuld sprechen kann, traf wohl uns beide oder auch niemanden.
    
    Ich hatte mehr und mehr den Eindruck, dass sie zwar nicht unzufrieden, aber unbefriedigt war.
    
    Eva
    
    Unsere Ehe ist glücklich. Ich liebe diesen Mann über alles. Was mir an ihm am meisten gefällt? Er sieht mich als ganze Person, nicht nur den Körper. Er ist immer sanft, ruhig, vorsichtig, achtet auf mich, ich kann mich vollkommen auf ihn verlassen und habe grenzenloses Vertrauen in ihn. Wie sagt man so schön, er gehört zu den Guten.
    
    Seit einiger Zeit allerdings wünsche ich mir, er würde wie früher etwas mehr aus sich herauskommen. Das betrifft vor allem den Sex. Es ist sehr schön mit ihm, keine Frage, aber da ist so ein diffuses Gefühl, als ob etwas fehlt. Es ist alles so vorhersehbar geworden. Ich weiß, dass er mich liebt, aber begehrt er mich auch noch, im reinen, puren Sinne? Ich möchte ...
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