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Planet der Scharfen 22
Datum: 15.03.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... Allerdings sprechen zwei Dinge gegen diese Theorie. Erstens: Eine Gesellschaft, in welcher die Männer die Frauen aussuchen, beschleunigt die Selektion bei den Frauen, nicht aber bei den Männern. Zweitens: Alle drei Voltaner haben dichtes Haupthaar, keine Spur von einer Glatze. Dass sie es unterschiedlich lang tragen, dürfte rein gesellschaftlich bedingt sein, nicht genetisch. Ich beobachte die beiden Voltaner genau. Vor allem achte ich darauf, ob ich irgendwelche Präferenzen erkennen kann. Hätten sie Hari und Nevia uns Erdlingen vorgezogen, weil die beiden Scharfen deutlich dunklere Haut haben als zumindest ich, so hätte ich Verständnis dafür gehabt, weil sich Kraach für sonnengebräunte Haut ausgesprochen hatte. Auch irgendwelche Präferenzen aufgrund der Haarlänge wären nachvollziehbar gewesen, obschon sich bisher kein Voltaner dazu geäussert hat. Interessanterweise hätte das dieselbe Rangfolge ergeben. Die beiden Scharfen haben mit Abstand die eindrücklichsten Mähnen, gefolgt von Sofia mit ihren langen schwarzen Haaren. Da kann ich immer noch nicht mithalten. Ich kann aber nichts dergleichen beobachten. Im Gegenteil. Beide Voltaner zeigen deutliche emotionale Sprünge, wenn ich mich ihnen nähere. Gelegentlich antworten sie auch mit einem Konzept oder einem Bild, aber wirklich einordnen kann ich diese Reaktionen nicht. Ich habe lediglich einen vagen Verdacht: Ich habe es geschafft, ihnen Respekt abzugewinnen, und eine Frau, die das schafft, ist für sie eine Exotin, ...
... egal wie sie aussieht. Trich ist der erste, dem bewusst wird, dass ich ihn genau beobachte: «Du willst wissen, warum wir dich mögen?» Das kann ich nun wirklich nicht abstreiten, aber es verbal zuzugeben, gelingt mir nicht wirklich. Das ist offenbar auch nicht nötig, denn Trich grinst vergnügt. Er ist sich sicher, dass die Antwort 'ja' lautet. Da ihm Sofia in diesem Moment von hinten an die Eier geht und ihre Nippel in seinen Rücken massiert, sieht er sich vielleicht genötigt, eine etwas diplomatischere Formulierung zu wählen: «Wir mögen euch alle sehr, weil ihr so anders seid als unsere Sklavinnen. Ihr habt eine eigene Meinung und seid bereit, sie zu vertreten.» Ausgerechnet jetzt wollen die beiden Scharfen die Männer tauschen! Sie haben sich eine gehörige Portion Abwechslung verdient, indem sie ein schönes Haus entworfen und gebaut haben. Also nehmen Sofia und ich Trach in die Mitte. Jetzt zeigt sich allerdings so deutlich wie selten zuvor, dass die Zwillinge sich gegenseitig erlauben, alles zu erleben, was der andere erlebt. Falls ich mich recht erinnere, waren es Sadina und Stela, die es so formulierten: Wir sind zwei, aber auch eins. Trach ist in der Lage, unsere kleine Unterhaltung genau da weiterzuführen, wo wir unterbrochen wurden: «Unsere Vorväter nannten Frauen wie euch 'vorlaut' oder gar 'frech', aber Trich und ich denken, dass ihr Frauen seid, die Verantwortung übernehmen wollen und können. Wenn ihr etwas tut, tut ihr es, weil ihr es wollt, nicht ...