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Planet der Scharfen 22
Datum: 15.03.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... nicht von einem Mann geleitet wird.» «Die Männer sind alles Gäste.» «Dann wohnen in diesem Dorf ausschliesslich Frauen?», fragt Trach mit hörbarem Erstaunen. «Ja, in den meisten Dörfern wohnen nur Frauen. Die Männer sind vor allem Jäger und Fischer. Die Jäger leben im Wald und die Fischer auf ihren Booten. Sie besuchen die Frauen in den Dörfern und bringen ihnen Fleisch und Fische, und sie sorgen dafür, dass die Frauen nicht unnötig altern.» Trich: «Gelten das Fleisch und die Fische als Tribut? Moment, wenn ich mich recht erinnere, nennt ihr das auf der Erde Steuern.» «Kennt man auf Voltan Geld?» «Selbstverständlich.» «Die Scharfen kennen das Konzept des Geldes nicht, genau so wenig wie Steuern oder Tribut. Das Fleisch und die Fische gelten als Geschenke. Die Fischer und Jäger wollen den Frauen damit eine Freude machen.» «Dass die Frauen sich freuen, das kann man sehen», meint Trach. Trich widerspricht: «Ich sehe da noch etwas anderes in den Augen der Frauen. Die blicken doch eindeutig lüstern! Jetzt sollten wir aber zuhören, was Nevia sagt.» Die beiden Voltaner scheinen ein ziemlich gutes Gehör zu haben. Es gelingt ihnen schon ziemlich gut, die Sätze von Nevia nachzusprechen. Ob es ihnen auch gelingt, den Sinn des Gesagten zu memorisieren, kann ich nicht erkennen. Vor allem weiss ich nicht, wie gut sie unsere Schrift lesen können. Manchmal sind die Untertitel nur eine kurze Zeit zu sehen, dann müssen sie Platz für die nächsten machen. Trich ...
... fragt: «Wer ist mit 'Schmied' gemeint? Wir wissen, dass das eure Bezeichnung für ein Handwerk ist, aber hier scheint ein ganz bestimmter Schmied gemeint zu sein.» «Das ist richtig. Es gibt auf diesem Kontinent ein Dorf, das vorwiegend von Männern bewohnt wird, die alle Schmiede sind oder dieses Handwerk erlernen. 'Der' Schmied ist der Dorfvorsteher. Er hat einen Harem mit vier Frauen. Eine davon ist die vorher erwähnte Sinka.» Trach grinst: «Die freche Sinka, die sich getraut, zu fragen, wo Eugon gelernt hat, zu ficken wie kein zweiter.» Jetzt muss ich auch grinsen: «Du findest das frech, wenn eine Frau so etwas fragt?» Trich erklärt: «Es geht weniger um die Frage, sondern um die darin enthaltene Bewertung. Sinka drückt doch damit aus, dass sie findet, dass Eugon gut ficken kann. Sie zeigt damit, dass sie eine Meinung hat.» «Heisst das, dass eure Sklavinnen nie eine eigene Meinung haben?» «Sie behalten sie für sich, weil die Gefahr besteht, dass sie etwas nicht so Nettes zu hören bekommen.» Das will ich jetzt wissen: «Beispielsweise?» «Falls ich deine Meinung hören will, werde ich dich fragen.» Irgendwie kommt mir das bekannt vor. In einem Film über ein kriegerisches Volk, das vor mehr als zweitausend Jahren ganze Landstriche terrorisierte, hat der Drehbuchautor den Männern solche Sätze in den Mund gelegt. Ich habe das damals als wenig realistisches Stilmittel betrachtet. Der Verfasser wollte einfach betonen, wie männerdominiert diese Gesellschaft ...