1. Planet der Scharfen 22


    Datum: 15.03.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... mich.»
    
    «Und mich.» gesteht Trich stöhnend.
    
    Mich ja auch, aber wir sollten uns mit Scharfisch befassen.
    
    ***
    
    Die beiden Jungs machen mir richtig Freude. Sie lernen deutlich schneller als ich das von mir und Paul in Erinnerung habe.
    
    Zwischendurch lasse ich die beiden alleine und frage Max: «Findest du in deinen Unterlagen eine Erklärung, warum es den beiden Voltanern so auffällig leichtfällt, Scharfisch zu lernen? Haben wir es möglicherweise auch hier mit einem Fall von 'wiederlernen' zu tun wie bei Alin und Catin?»
    
    «Du fragst dich, ob Trich und Trach früher schon einmal auf diesem Planeten gelebt haben könnten?»
    
    «Genau.»
    
    «Ausschliessen kann ich das nicht. Ich kann aber auch keine konkreten Hinweise dafür erkennen, eher im Gegenteil.»
    
    «Wie das?»
    
    «Gemäss einem Bericht, der von den Missionären stammt, fällt es einem Wiederlerner leicht, sich in die Gepflogenheiten der Sprecher der wiedererlernten Sprache einzufühlen. Trich und Trach zeigen aber eher Mühe, ihre alten Gepflogenheiten und Denkweisen abzustreifen. Derselbe Bericht legt eine andere Arbeitshypothese nahe: Relative Komplexität und Affinität.»
    
    «Das musst du mir erklären.»
    
    «Der Bericht bewertet viele verschiedene Sprachen nach verschiedenen Kriterien, mit denen die Sprachforscher versuchen, die Komplexität einer Sprache zu messen. Dabei geht es vor allem um die Grammatik. Voltanisch rangiert dabei unter 'extrem komplex', unsere Sprache unter 'recht komplex'. Für Scharfisch macht der ...
    ... Bericht selbst keine Angaben, aber ich habe den beiliegenden Algorithmus auf alle Texte angewendet, die ich bisher erfasst habe. Resultat: Die Sprache der Scharfen ist nur 'mässig komplex'.»
    
    «Was heisst das konkret?»
    
    «Ein Voltaner, der es geschafft hat, unsere Sprache so gut zu lernen wie die beiden, dürfte Scharfisch wie einen Sonntagsspaziergang erleben, wenn es denn nur auf die Komplexität ankäme.»
    
    «Worauf kommt es dann auch noch an?»
    
    «Auf die Affinität, und dieser Aspekt ist sehr persönlich. Ich greife ein willkürliches Beispiel heraus, das zwar sehr alt, aber auch sehr gut dokumentiert ist. Ein Kabarettist, der Dialekte imitiert, sucht sich für seine nächste Tournee Regionen und Zeiträume aus, mit denen der Zuhörer leicht erkennbare Akzente assoziiert. Seine Lieblingsfarbe ist gelb. Er erfährt, dass die österreichischen Kaiser gerne gelbe Paläste bauten, besucht so einen Palast und stösst in einer benachbarten Gemeinde auf einen sehr charakteristischen Dialekt. Er ist so fasziniert, dass er während wenigen Wochen Aufenthalt in diesem Meidling seine gesamte Tournee konzipiert, wozu er sonst Monate braucht. Er hockt sich mit den Einwohnern an den Wirtshaustisch und übt mit ihnen. Diese amüsieren sich bestens und auch die Tournee ist ein voller Erfolg.»
    
    «Und das nennt man Affinität?»
    
    «Die abstrakte Definition geht von einer Bereitschaft aus, etwas in seiner Umgebung zu tolerieren. Der Mann hatte gerne gelbe Gegenstände um sich herum und sah gerne gelbe Häuser. ...
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