1. Planet der Scharfen 22


    Datum: 15.03.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,

    ... ich beim Eingang zur Höhle. Man kann sehen, dass Ciprian seine Hand ausstreckt, aber man kann nicht hören, was wir sprechen.
    
    Trich fragt: «Weisst du noch, wovon ihr da gesprochen habt?»
    
    «Ja. Ciprian hat auf einen grossen Baum in etwa zwei Kilometer Entfernung gezeigt. Dort wollen wir hingehen, weil dort das Walddorf liegt. Er hat mich aufgefordert, mir zu merken, wie der Baum aussieht. Er hatte die Absicht, mir zu erklären, wie man seinen Weg im Urwald finden kann.»
    
    Ich kann den beiden Männern ansehen, dass sie das brennend interessiert, aber ich fühle mich ziemlich ratlos, wie ich das erklären soll, denn das Video hilft dabei überhaupt nicht. Wir verschwinden einfach zwischen den Bäumen, die hier so dicht stehen, dass Max schon gar nicht versucht hat, uns mit einer Drohne unter das Blätterdach zu folgen.
    
    Ich würde die beiden Voltaner, die mir unterdessen ziemlich ans Herz gewachsen sind, gerne wissen lassen, wie das funktioniert, aber mit Worten ist das gar nicht so leicht. Ich weiss ja nicht einmal, ob die Voltaner den Begriff der Aussersinnlichen Wahrnehmung kennen. Also krame ich meine Modellvorstellungen hervor, wie ich meine imaginären Arme nach dem Blätterdach ausstrecke, mich aus dem Kopf ziehe und über die Baumkronen hinauskatapultiere. Allerdings zweifle ich, dass mir das helfen kann, den Voltanern zu erklären, was ich meine.
    
    Umso erstaunter bin ich, als die beiden mit aufleuchtenden Augen wie aus einem Mund sagen: «Klar!»
    
    Offensichtlich haben ...
    ... beide die Konzepte und Bilder mitbekommen, die ich mir zurechtgelegt habe. Trich erklärt: «So etwas kennen wir auch! Es handelt sich um eine uralte Tradition aus der Zeit, als unsere Vorfahren noch unter der Planetenoberfläche lebten. Für den Fall, dass die Technik versagt, haben alle Männer geübt, sich zu orientieren, indem man den Kopf verlässt und die Felswände spürt. Notfalls muss man bis zur Oberfläche aufsteigen, um sich zu orientieren.»
    
    Trach fügt hinzu: «Wir haben noch die grundsätzlichen Übungen gemacht. Der Instruktor meinte, man wisse nie, wozu das gut sei. Hattest du auch Bedenken, den Körper allein zu lassen? Je grösser die Distanz, um so drängender das Bedürfnis, rasch wieder zurück zu gehen?»
    
    Ich nicke nur, denn ich bin echt beeindruckt. Die Fragen beweisen, dass der Mann wirklich weiss, wovon wir sprechen!
    
    Er fährt fort: «Den Hauptkurs haben wir jedoch nie gemacht, und wir fanden das ganze reine Zeitverschwendung.»
    
    Das soll beim Militär noch öfters vorkommen, auch auf der Erde und im dreissigsten Jahrhundert.
    
    Das tut der Begeisterung von Trich und Trach aber keinen Abbruch: «Jetzt können wir auf diesem Planeten vielleicht plötzlich etwas damit anfangen!»
    
    «Auf die Gefahr, dass ich euch enttäusche, ich habe das zwar von Ciprian gelernt, aber danach sehr selten angewendet. Auf dem Meer und im Weltraum kann man nicht nach Bäumen navigieren.»
    
    «Stimmt. Wir haben hier keine Bäume, mit denen wir üben können. Also weiter. Können wir das Video ...
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