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Charlie 01
Datum: 23.03.2026, Kategorien: Verführung
... Wochen auf der Straße.'' Ich sah Rick an. Herr Lutz war weg. Hatte uns mit der Wahrheit konfrontiert und allein gelassen. Die bittere Wahrheit. Und sie lag auf dem Tisch. Kündigung der Wohnung. Ein Räumungsbeschluss wegen dem Verkauf des Hauses. Mietrückstände. Alles schriftlich. Alles andere gab es nur mündlich. Eine neue Wohnung. Moderner und besser. Der finanzierte Umzug. Jobangebote für uns. ''Er will mit dir schlafen,'' sagte Rick und starrte mich ungläubig an. Ich nickte. Ja, das hatte ich wohl verstanden. Was sollte ich dazu sagen? Also schwieg ich. Rick schüttelte den Kopf. ''Das... nein, Charlie.'' Ich lächelte ihn an. ''Was sollen wir also tun, Rick?'' Er schnaufte. ''Das lasse ich nicht zu. Wir finden eine Möglichkeit, Charlie.'' Ich nickte. ''Klar.'' Er sah mich an. ''Du glaubst mir nicht...'' Ich zuckte die Schultern. ''Wir stecken fest, Ricky. Wir haben nicht mal das Geld um den Kühlschrank zu füllen. Wir haben kein Auto mehr. Wir haben keine richtige Arbeit.'' Er seufzte laut. ''Du meinst ich habe keine Arbeit.'' Ich schüttelte den Kopf. ''Zeitungen austragen ist keine richtige Arbeit, Rick. Das meine ich. Ich muss jeden Morgen um vier Uhr raus. Bei Nässe und Kälte. Im Dunkeln. Es ist kein Spaß. Und ich habe jeden Morgen Angst davor.'' Rick starrte mich an. ''Warum...?'' Ich unterbrach ihn. ''Weil ich es wenigstens versuchen muss. Darum.'' Er schwieg. ''Ich tue es für uns. Weil ich dich liebe. Weil ich ...
... meine Zukunft mit dir retten will. Unsere Zukunft.'' Er schüttelte den Kopf. Aber er schwieg. Ich schnaufte leise. ''Dafür tue ich alles, Ricky.'' ''Das geht nicht.'' Diesmal schwieg ich. Ich liebte Rick. Über alles. ''Wie stellst du dir das vor, Charlie?'' Leise, fast atemlos. Er blickte mich an. Ich zuckte die Schultern. * Die Wohnung war in der Altstadt von Hameln. In einem restauriertem alten Gebäude. Unten waren Büros, dann kam die Wohnung. Es gab eine richtige Dachterrasse und einen grünen Hinterhof. Die Einbauküche war neu, genauso wie das große Badezimmer. Und die Wohnung war möbliert. Spartanisch, aber gut. Alles war neuwertig. ''Eigentlich wollte ich mal selber hier einziehen,'' sagte Lutz. ''Aber mir würde der Garten fehlen. Der Platz.'' Ich blickte ihn an. Rick hielt meine Hand. ''Es ist eine sehr schöne Wohnung, Herr Lutz.'' ''Unten sind zwei Büros von mir. Und eins von einem Steuerberater. Ich verwalte ein paar Immobilien, das ist nicht schwer. Du könntest für mich Schriftkram machen. Portfolios auf dem neusten Stand halten.'' Lutz sah Rick an. ''Und du könntest dich um die direkte Verwaltung der Objekte kümmern. Instandhaltung. Sauberkeit und Äußerlichkeit.'' Ricks Finger verkrampften sich um meine. ''Ihr würdet beide Geld verdienen. Keine Reichtümer, aber immerhin. Die Miete würde direkt verrechnet werden.'' Er sah mich an. Lächelte. ''Alles andere auch.'' Ricks Finger drückten noch mehr. Aber er schwieg. ''Alles andere, ...