-
Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin
Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,
... am Kragen und stieß ihn mit solcher Wucht aus der Terrassentür in den Garten, dass Michael stolperte und auf den Rasen fiel. Bülent stürmte ihm nach, bereit, weiter auf ihn einzuschlagen, seine Augen brannten vor Hass. Der Schock und die schmerzhafte Wahrheit Tülay, die dem Geschehen fassungslos vom Kücheneingang aus zugesehen hatte, stürmte nun hervor. Der Anblick ihres Mannes, der von ihrem Schwager brutal attackiert wurde, war unerträglich. Sie stürzte auf Bülent zu, umarmte ihn von hinten, klammerte sich an ihn, um ihn zurückzuhalten. Ihre Tränen strömten über ihr Gesicht. "Abi! Abi! Was ist los?! Bitte, sag mir, was ist passiert?!", flehte sie, ihre Stimme brach. Sie hielt ihn fest, während ihre eigene Welt in sich zusammenzustürzen drohte. Bülent, der immer so ruhig, so besonnen war, so außer sich zu sehen, war zutiefst erschreckend. Sie war sich so sicher, dass Bülent niemals ohne Grund so handeln würde. Daher war sie keineswegs sauer auf Bülent, sondern vor allem verwirrt und zutiefst verängstigt. Dieser intelligente Mann, dieser Fels in der Brandung, war am Rande des Abgrunds. Bülent schien durch Tülay's Stimme, ihre Tränen und ihren festen Griff wieder ein Stück weit zu sich zu kommen. Sein Körper entspannte sich leicht, die wilde Wut wich einer tiefen, bitteren Trauer. Er löste sich aus ihrem Griff, seine Augen fixierten Michael, der gekrümmt auf dem Rasen kniete, sich den Kopf hielt, benommen und mit sich selbst beschäftigt. Bülent ...
... spuckte die Worte aus, seine Stimme war erfüllt von tiefem, unversöhnlichem Hass. "Dieses Schwein hat mit Fatma gefickt! Sie haben es miteinander getrieben!" Die Worte trafen Tülay wie ein Blitz. Sie spürte, wie der Boden unter ihren Füßen verschwand. Die Luft entwich ihren Lungen. Michael und Fatma? Unmöglich. Ein kalter Schock durchfuhr sie. Sie sackte auf ihren Hintern, die Worte hallten in ihrem Kopf wider, unsinnig, grausam. Ihr Blick ging von dem gedemütigten Michael zu Bülent, dessen Augen voller Tränen der Wut und des Verrats waren. Bülent blickte Tülay noch einmal kurz an, ein Blick voller Schmerz und Enttäuschung, als wollte er ihr damit sagen, dass auch sie Teil dieses Schmerzes war, Teil des Bruchs, der sich gerade in ihren Familien ereignete. Dann drehte er sich um und machte sich davon, verschwand aus dem Garten, aus ihrem Leben, zumindest für den Moment. Tülay saß auf dem Rasen, geschockt, unfähig zu reagieren, unfähig, sich zu bewegen. Ihr Blick war leer, die Worte "hat mit Fatma gefickt" brannten sich in ihr Gehirn ein. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Ihre Welt, die gerade noch so voller Hoffnung gewesen war, lag in Trümmern. Michael ging es nicht besser. Die körperlichen Schmerzen seiner Verletzungen waren nichts gegen die seelischen Schmerzen, die er gerade bekam. Ihm wurde schlagartig klar, dass seine Frau nun Bescheid wusste. Sein "Fick" mit Fatma war herausgekommen. Die Konsequenzen, die er gefürchtet hatte, waren eingetreten, und sie ...