1. Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin


    Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... Bülent, der immer sie lobte, sie nach vorne schob, wenn es Lob einzuheimsen gab. Der alles für sie und ihre Familie tat. Sie verstand es wirklich nicht, wie sie nur so handeln konnte.
    
    Sie blickte auf ihre Füße, ihre Hände waren ineinander verschränkt. Ihre Stimme war leise, fast ein Flüstern. "Bülent... es tut mir so leid." Sie entschuldigte sich bei ihm, ganz offen und ehrlich. Sie sagte ihm genau, was sie darüber dachte und was genau wie passiert war, so wie sie es in Erinnerung hatte. Sie schilderte die Abfolge der Ereignisse, ihre eigene Verzweiflung, Michaels Bedürfnis nach Bestätigung, die plötzliche Intensität, die sie beide überrollt hatte.
    
    Bülent hörte ihr zu, ohne eine Miene zu verziehen. Er zeigte ihr durch seine ruhige, aufmerksame Haltung, dass er ihr genau zuhörte, dass er jedes Wort in sich aufnahm. Sie beschrieb ihm alles, ihre anfängliche Absicht, ihn nur zu trösten, wie es dann begann und sie sich nicht dagegen wehrte, ganz im Gegenteil sogar mitgemacht hatte, obwohl ihr jetzt allein der Gedanke daran übel werden würde. Ihre Schilderung war schonungslos ehrlich, und die Scham, die sie empfand, war in jeder ihrer Bewegungen sichtbar.
    
    Dann guckte sie ihm in seine Augen. Tränen traten in ihre eigenen Augen, und ihre Stimme brach. "Ich würde wirklich alles machen, damit du mir verzeihen kannst, Bülent. Es tut mir so, so leid. Es wird auch nie wieder eine Wiederholung geben, das verspreche ich dir." Ihre Stimme sank zu einem eindringlichen Flehen. "Denn ...
    ... ich liebe dich wirklich. Mehr als mein eigenes Leben." Sie sagte nichts mehr, wartete, der Atem angehalten, auf eine Reaktion von Bülent. Ihr Herz pochte wieder so heftig wie gestern.
    
    Bülent guckte sie an. Er blinzelte ein paar Mal, als ob er die letzten Worte, die aus ihrem Mund gekommen waren, verarbeiten müsste. Dann fing er an zu reden. Seine Stimme war ruhig, fast monoton, aber jede Silbe war schwer von Emotionen. "Alles um mich herum ist eingestürzt, als du mir das erzählt hast, Fatma", sagte er. "Ich konnte auch nichts sagen oder reagieren. Ich war einfach nur fertig. Überfordert."
    
    Er sah sie an, seine Augen waren immer noch voller Schmerz, aber nicht mehr leer. Ein Funke, ganz klein, aber dennoch spürbar, glomm in ihnen. "Meine Gefühle dir gegenüber sind nicht tot", sagte er, und Fatma zuckte zusammen, als sie diese Worte hörte, die so viel Gewicht trugen. "Aber sie sind kurz davor." Die Ehrlichkeit war brutal, aber auch eine Erleichterung. Es gab noch etwas. "Du musst mir Zeit geben, Fatma. Ich brauche einfach Zeit, um das zu verarbeiten. Wenn du mir diese Zeit nicht geben magst oder könntest, dann... dann ist es das Ende."
    
    Fatma zuckte zusammen, als das Wort "Ende" fiel. Doch die Tatsache, dass er überhaupt noch von "Zeit" sprach, dass er die Tür nicht vollständig zuschlug, war ein kleiner, aber immens wichtiger Hoffnungsschimmer. "Ich werde warten", sagte sie sofort, ihre Stimme war fest, ihre Augen strahlten vor Entschlossenheit. "Wenn es sein muss, bis ...
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