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Jeder Anfang ist der Anfang von einem Ende. © Walter Ludin
Datum: 25.03.2026, Kategorien: Sonstige,
... überbordende Vorfreude gewichen. Er strich Fatmas Bauch, sprach leise mit dem Baby, und seine cool-besonnene Fassade begann erste Risse zu bekommen. Tülay, die zur "Hala" ernannt worden war, war ebenfalls voller Überschwang. Sie plante Babyshower-Partys, kaufte winzige Kleidung und wählte schon mal Namen aus, als ob es ihr eigenes Kind wäre. Sie war eine Quelle der unerschöpflichen Freude und des Optimismus, die Fatma oft zum Lachen brachte und Bülent mit ihrer Energie mitriss. Die Familie, die durch ein Trauma auseinandergerissen schien, wuchs nun mit jedem Tag enger zusammen, geschmiedet durch eine unerwartete Wahrheit und die Vorfreude auf ein neues Leben. Der errechnete Geburtstermin kam und ging, und Fatma wurde ungeduldiger. Die letzten Wochen waren beschwerlich, und sie sehnte sich danach, ihr Baby endlich in den Armen zu halten. Dann, eines Morgens, setzten die Wehen ein. Bülent, der bis dahin eine erstaunliche Fassung bewahrt hatte, verwandelte sich in einen nervösen Haufen. Sein sonst so besonnenes Auftreten war wie weggeblasen. Er packte die bereits gepackte Kliniktasche dreimal um, vergaß die Autoschlüssel, fand sie wieder, und lief rastlos im Flur auf und ab. Fatma, trotz der Schmerzen, musste schmunzeln. Im Krankenhaus angekommen, war die Aufregung palpable. Tülay, die sofort informiert wurde, eilte herbei und brachte eine Welle von Energie mit sich. Während Fatma in den Kreißsaal gebracht wurde, warteten Bülent und Tülay im Wartezimmer. Bülent lief ...
... immer noch unruhig auf und ab, seine Hände zu Fäusten geballt, seine Stirn in Sorgenfalten gelegt. "Glaubst du, es ist alles in Ordnung?", fragte er Tülay zum zehnten Mal. "Abi, beruhige dich", sagte Tülay lachend. "Fatma ist stark, und die Kleine wird kerngesund sein. Siehst du nicht, wie aufgeregt ich bin, Tante zu werden?" Plötzlich hörten sie einen schreienden Schrei aus dem Kreißsaal. Bülent erstarrte. Seine Augen weiteten sich, sein Gesicht wurde kreidebleich. Ein Geräusch entwich seiner Kehle, ein leises Wimmern, das man von dem sonst so "coolen" Bülent niemals erwartet hätte. Ehe Tülay reagieren konnte, sackte er zusammen. Der besonnene und coole Vater fiel vor Aufregung in Ohnmacht. Tülay, die ihren Bruder noch nie so gesehen hatte, brach in lautes Lachen aus. Ein Lachen, das durch die Krankenhausflure hallte und die Aufmerksamkeit von Schwestern und Ärzten auf sich zog. Sie beugte sich über Bülent, der leblos am Boden lag, und schüttelte ihn sanft. "Abi! Abi, wach auf! Du bist Vater geworden!", rief sie, und ihre Freude war so ansteckend, dass selbst das Pflegepersonal, das zu Hilfe geeilt war, schmunzeln musste. Fünf Minuten später kam Bülent langsam wieder zu sich. Er blinzelte verwirrt, sah die besorgten, aber auch amüsierten Gesichter um sich herum. Seine Augen fielen auf Tülay, die immer noch vor sich hin kicherte. "Was ist passiert?", murmelte er, seine Stimme noch schwach. "Du bist ohnmächtig geworden, mein lieber Bruder!", sagte Tülay, die Tränen vor ...