1. 1956: Hans, ein Deutscher in den USA


    Datum: 20.04.2026, Kategorien: Reif

    Anfang November beorderte der amerikanische Handelsminister mich nach Washington. Er wollte mich mehr in Washington haben, um engere Kontakte zu dem deutschen Außenhandels- und Wirtschaftsministerium herzustellen und zudem sollte ich auch Auslandsreisen nach Bonn unternehmen. Ich war durchaus dazu bereit, aber ich war nicht bereit meine Stelle in Harvard aufzugeben.
    
    Das deutsche Außenministerium und das Wirtschaftsministerium kamen erneut auf mich zu. Sie wollten mich weiterhin fest einstellen und ich sagte sowohl Herrn Kremer als auch Herrn Helling, dass ich dazu nicht bereit sei, sondern meine akademische Karriere vorantrieben wollte.
    
    Die deutsche Wirtschaft begann zu laufen und die Deutschen hatten die neuesten Produktionsmaschinen durch die Hilfsgelder des Marshall-Plans.
    
    Wir diskutierten lange und für mich war lediglich ein Beratervertrag interessant. Die Summen, die ich aufrief, da wurden die Herren blass, aber ich zeigte ihnen den Nutzen auf. Zudem könnte mein Bruder eine Außenhandelsagentur in Washington eröffnen und Waren und Maschinen nach Amerika importieren und Kontakte zu amerikanischen Unternehmen herstellen. Ich wäre da involviert und würde für die entsprechenden Absprachen zwischen der Industrie, dem amerikanischen Handelsministerium und den deutschen Behörden sorgen.
    
    Ich sprach mit Georg und er war bereit dazu in die USA zu gehen. Richard könnte er zusammen mit meiner Mutter mitbringen und einstellen. Richard kannte sich im Maschinenbau aus und ...
    ... könnte im Außendienst als auch im Innendienst eingesetzt werden und Kontakte zu den großen Handelsketten herstellen.
    
    Dann bliebe nur noch mein kleiner Bruder. Ich schrieb ihm einen Brief und schlug ihm ein Studium in den USA vor.
    
    Jetzt nutzte ich alle meine Kontakte und ich ging sehr forsch vor. Ich sagte dem Handelsminister zu, nach Washington zu ziehen, wenn er für einen Studienplatz und ein Stipendium für meinen Bruder an der George Washington University sorgen würde.
    
    Henriette brauchte nur noch das kurze Sommersemester und das Herbstsemester um ihr Studium abzuschließen und sie erhielt ein Teilstipendium, so dass ich die restlichen 1200 $ übernahm.
    
    Und ich bräuchte einen reinen Forschungsauftrag in Harvard, da ich ja in Washington anwesend sein sollte.
    
    Ich erläuterte dem Handelsminister meinen Plan, wie man die Handelsbeziehungen intensivieren und verbessern könnte. Ich bekam eine Viertel Professorenstellen in Harvard und eine Dreiviertel-Professorenstelle an der American University in Washington, einer reinen Forschungsuniversität. Ich hatte die Möglichkeit innerhalb der nächsten 5 Jahre in Harvard wieder eine volle Stelle zu erhalten.
    
    Mit dem deutschen Außenhandelsministerium schloss ich einen Beratervertrag ab, der mir immerhin 6000 $ pro Jahr einbrachte.
    
    Im Dezember flog ich im Auftrag des US-Handelsministeriums nach Bonn und ich sprach mit den verantwortlichen Personen. Zudem hielt ich einen Vortrag beim "Bund der deutschen Industrie" und erklärte ...
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