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Planet der Scharfen 16
Datum: 20.05.2026, Kategorien: Sci-Fi & Fantasy,
... Nicole und ich gehen ins Büro, um die Geografie des Südkontinents zu studieren. Dieses Mal überlassen wir die Steuerung der Beobachtungsdrohne Max. Das ist bequemer als die Drohnensteuerung anzuziehen. Dafür verzichtet man auf die Perspektive, die nur eine VR-Brille bieten kann. Max ist mittlerweile in der Lage, ziemlich genau vorauszuberechnen, was wir sehen möchten. Daher genügen knappe Anweisungen: «Max, zeig uns den Unterlauf des Flusses, der beim Dorf von Ema vorbeifliesst.» Wir sehen eine ausgedehnte Buschlandschaft, nicht ganz so savannenartig wie auf dem Westkontinent, aber auch nicht so stark bewaldet wie andere Teile des Südkontinents. Vermutlich handelt es sich um Schwemmland, das nur Büsche und krautige Gewächse gedeihen lässt, weil es grösseren Bäumen keinen genügenden Halt bietet. Schafe lieben diese Art von Land. Nicole schlägt vor, dass Max die Drohne ein bisschen herumfliegen lässt, und zwar so niedrig wie möglich. Wir denken beide konzentriert an Tina und Ante. Dabei halten wir den Willen hoch, die beiden Schafe an unseren Wahrnehmungen Teil haben zu lassen. Zwar sind wir nicht sicher, dass das funktioniert, aber versuchen können wir es zumindest. Nützt es nichts, schadet es auch nicht. Anschliessend sehen wir uns den Westkontinent genauer an. Nicole meint: «Das ist das erste Mal, dass wir uns Zeit nehmen, den gesamten Westkontinent zu studieren. Bisher haben wir uns auf den Südosten beschränkt, wo der Transmitter steht. Wir haben den Kontinent ...
... gewissermassen aus der Froschperspektive betrachtet.» «Wir hatten anfänglich nur im Sinn, das Schiff von Lon zu reparieren. Dann galt unser Augenmerk Lon, der sich einen Leberriss zugezogen hatte. Da blieb keine Zeit für explorative Studien. Max, markiere den Gletscher, wo Du Vulkanglas gefunden hast.» «Der Kontinent ist einiges grösser, als ich bisher glaubte, und die Berge scheinen auch höher zu sein. Das ist ein ziemliches Stück vom Transmitter bis zum Gletscher, nicht in einem einzigen Tag zu machen, auch nicht mit Reittieren.» Ich muss Nicole Recht geben: «Wir haben uns bisher vielleicht einer Illusion hingegeben, wie jener Tourist, der Melbourne und Canberra besuchte. Er dachte, er kennen nun Australien. Später wunderte er sich über die doch sehr andersartige Landschaft weiter westlich. Er war geradezu schockiert, dass man sogar mit modernen Transportmitteln viel mehr Zeit braucht, um die Vielfalt des Kontinents zu erfassen.» Nicole will wissen: «Was denkst Du, wie lange können wir uns Zeit lassen? Ich denke, dass Alin, Nevia und die anderen durchaus in der Lage sind, den Wiederaufbau ohne uns voranzutreiben.» «Vielleicht benötigen sie unsere Hilfe, um im Dorf von Ema eine Versorgung mit Kürbiskernen und Käse einzurichten.» Nicole widerspricht: «Ich habe da einen Verdacht, aber sicher bin ich nicht. Ich hätte nicht übel Lust, es auf einen Versuch ankommen zu lassen.» Ich ahne etwas, kann aber fühlen, dass Nicole es spannend machen möchte, also lasse ...