1. Verschneit - Teil 1


    Datum: 31.05.2026, Kategorien: Schamsituation

    ... Mädchen im Zimmer der Jungs. «Wieso so eine Aufregung?», fragt Ben. «Habt ihr es nicht gehört … dieses Wurms … es ist ein Erdbeben», warnt Mira. Noah beruhigt: «Ach nein, das war einfach eine Dachlawine. Komm ich zeig dir, dass alles in Ordnung ist.» In dem Moment, wo er aufsteht, glaubt Livia seine Latte zu sehen, bevor er sich wegdreht und Richtung Fenster läuft. Schon wieder dieses Gefühl. Was soll das?
    
    Noah versucht, die beschlagene Scheibe zu wischen. Doch es scheint nicht zu klappen. Langsam wird allen klar: Sie sind zugeschneit. «Nun ja, keine Panik» übernimmt Jana die Organisation, da Livia immer noch in Gedanken zu sein scheint. «Jetzt ziehen sich alle mal an und dann essen wir unser Morgenessen. Danach können wir das sicher klären.»
    
    Gesagt, getan und schon bald sitzen alle friedlich am Küchentisch und essen nicht nur Brot mit Butter und Konfitüre, sondern auch Käse, den die Gruppe spontan auf dem Weg gekauft hat. Die Situation scheint schon fast wieder in Vergessenheit zu geraten als Ben, der vor seinem leeren Teller wartet bis alle aufgegessen haben, aufsteht und voller Motivation zur Tür marschiert und diese öffnet. Oder so versucht er es zumindest. Schon nach den ersten 10 cm bewegt die Tür sich nämlich keinen Millimeter mehr auf. Von oben bröckelt noch ein wenig Schnee in die Hütte.
    
    «Verdammt», ruft Ben auf, «wir sind gefangen. Nicht einmal Handyempfang gibt es». «Jetzt beruhige dich einmal. Unsere Eltern wissen ja, dass wir hier sind. Sie haben ...
    ... bestimmt bereits Rettungskräfte organisiert» merkt Mira an. «Stimmt. Machen wir doch mal ein Feuer und vertreiben und die Zeit mit Spielen», findet Livia. Diesem Vorschlag stimmen alle zu und bald sitzen alle um den warmen Ofen.
    
    «Was spielen wir nun?» will Noah wissen. «Wie wäre es mit einem Mensch ärgere dich nicht?», fragt Jana. «Nein, das ist langweilig und außerdem kann man das zu fünft gar nicht spielen», meint Livia und bringt den Vorschlag, über den sie seit dem Zwischenfall im Bad nachdenkt, «Wie wäre es mit Wahrheit oder Pflicht?».
    
    Ben beginnt zu grinsen: «Das nenn ich mal ein Vorschlag. Ich bin dabei». Jana blickt zu den anderen. «Von mir aus», das war Noah. Janas Herz beginnt schneller zu schlagen. «Also, das ist die Mehrheit. Ich erkläre die Regeln. Wenn alle einverstanden sind, beginnt es.»
    
    Jana geht zum Spielschrank und holt Stifte, eine Schere und ein Block Papier. «Ich zerschneide dieses Blatt jetzt in 20 Stücke. Jeder schreibt zwei Wahrheitsfragen und zwei Pflichten auf. Diese müssen mindestens eine Person beinhalten, dürfen aber auch mehrere, die dann auch ausgelost werden. Danach drehen wir eine Flasche und die Person, auf der sie landet, muss sich für eine Wahrheit oder eine Pflicht entscheiden, die sie danach aufdeckt. Wenn man etw­as nicht machen möchte, dürfen die anderen eine Strafe ausdenken. Alle Aufgaben betreffen nur Personen in der Hütte und bleiben danach auch unter uns. Gefährliche Aufgaben sind verboten. Verstanden?» erklärt sie und teilt ...