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Und sie weinte
Datum: 23.06.2026, Kategorien: Romantisch
... würde und ob sie einen Arzt bräuchte. Sie sah mich an und antwortete nur mit: "Danke. Ich glaube ich brauche keinen Arzt. Mir tut nur alles unglaublich weh!" "Was soll ich machen? Soll ich dich irgendwo hinbringen? Krankenhaus? Zur Polizei? Nach Hause?" Darauf hin überraschte sie mich schon wieder, diesmal aber mit einem schmerzgeschwängerten und verkrampften Lachen: "Die Polizei hilft mir ganz sicher nicht. Aber bitte, darf ich mich bitte bei dir erst mal kurz erholen? Ich bin echt am Ende. Bitte!" "Jetzt aber, warum sollte dir die Polizei nicht helfen? Sowas lassen die doch niemals einfach durchgehen." Bevor sie die Augen wieder schloss und merklich wegsackte, sorgten ihre folgenden Worte dann erst mal für einen richtigen Schlag bei mir, weil sie sagte: "Ich bin eine Nutte. Die helfen mir nicht. Das war am Ende alles nur bezahltes Spiel." Aber sorry, mir fällt gerade auf, dass ich Dich genauso überfahren habe, wie ich selbst in diesem Moment von der ganzen Situation überfahren war. Also jetzt doch erst mal der Reihe nach. Mein Name ist Ralf. Ja, ich weiß, sorry, einfach nur Ralf. Mit Ankunft meines Gastes war ich in den besten Jahren und seit vielen Jahren als Heizungsbauer selbständig tätig. Nichts Besonderes also, wenn man mal davon absieht, dass ich vor ein paar Jahren 200 m vor meiner Haustüre von einem netten Autofahrer umgefahren wurde. Oder anders ausgedrückt, er half mir beim Absteigen von meinem nahezu nagelneuen Motorrad und das ...
... mitten auf einer Kreuzung, als ich gerade von einem Kundentermin kam. Erfolg seiner netten Bemühungen waren vier kaputte Gelenke und meine Berufsunfähigkeit. Seitdem lungerte ich in einem tiefen emotionalen Loch herum und suchte nach einem neuen Sinn. Moped fahren ging wieder, nur hatte ich deutlich die Lust verloren. Ich war bis dahin fast nie rausgekommen und praktisch nur am Arbeiten auf meinen Baustellen in Deutschland. Ich darf Dir aber eins sagen, nach zwei Jahren fast nur flach liegen, mit mehreren OPs und langer Reha, änderst Du ganz schnell Deine Prioritäten und denkst viel nach. Meine Frau und meine beiden Töchter freuten sich sehr, denn nun kamen wir tatsächlich auch mal in Urlaub. Ich war mal wieder in Holland, an der Nordseeküste. Und das war ich oft, da ich hier in der Marina (Hafen) einen kleinen Traum lebte. Ich habe mir ein kleines, altes Segelboot geleistet. Es war somit logisch, dass ich auch in diesem Jahr wieder einiges an Arbeit am Boot hatte, die im trockenen Winterlager nun mal so anfiel. Da meine Damen arbeiten mussten (Schule) und auch keine Lust auf Wind, Kälte und Schmuddelwetter hatten, war ich bei solchen Arbeitseinsätzen meistens alleine unterwegs. Zu diesem Zweck hatte ich mir einen neu gekauften Werkstattbus kurzerhand zum "teilweise Arbeit, teilweise Wohnmobil" umgebaut. Zwei große Autos im Hof war doch bescheuert und unnötig teuer. So brauchte ich nur etwas räumen und hatte ein Wohnmobil. Und auf Arbeit hatte ich zudem alles dabei. Von ...