1. S&O - Zielpersonen 09-13


    Datum: 05.07.2026, Kategorien: Romane und Novellen,

    ... Resultat vermelden konnte. In genau einer einzigen Datenbank - Uraltdaten aus einem Krankenhaus, die außer ihm wohl niemand mehr besaß -, hatte es einen Treffer gegeben: Jennifer Götz. Der Grund, warum damals das Genom der Frau entschlüsselt worden war, ließ sich nicht mehr eruieren, spielte aber auch keine Rolle. Teskko hatte auch noch das Foto des aktuellen Personalausweises beschaffen können, ebenso die letzte Anschrift.
    
    Die Detektivinnen waren daraufhin sofort an den Südrand Deutschlands geflogen. Ihr Plan sah vor, Jennifer aus dem Verborgenen heraus zu observieren, ihren Tagesablauf zu erkunden, insbesondere ihre Kontakte herauszufinden. Vielleicht konnten sie auf diese Weise weitere Entführer enttarnen, denn es mussten ja mindestens drei Personen daran beteiligt gewesen sein: Tanja und die beiden Frauen, die zeitgleich zur Glofoko-Aktion Olivia geschlagen hatten.
    
    Seit nunmehr anderthalb Tagen beobachteten die Freundinnen die Wohnung der Verdächtigen und hatten sie zu Fuß verfolgt zu einem Arztbesuch, einem Treffen mit einer Freundin in einem Café und einer Shoppingtour.
    
    Sophie ließ den unauffälligen weißen Mietwagen an und fädelte sich in den Verkehr ein. Routiniert und, soweit als möglich, in der Deckung anderer Fahrzeuge sowie mit ausreichend Abstand nahm sie die Verfolgung auf.
    
    Es ging etwa 20 Minuten quer durch die Großstadt, bis Jennifer schließlich in eine ruhige Seitenstraße einbog und auf einen kleinen, bewachten Parkplatz fuhr.
    
    „Sehr gut", ...
    ... meinte Olivia. „Sie hat offenbar etwas Zeitintensiveres vor. Das gibt mir die Gelegenheit, auf die wir gewartet haben. Du verfolgst sie, wie gehabt, zu Fuß und warnst mich", wiederholte sie den schon lange gefassten Plan.
    
    Sophie erwiderte den raschen Abschiedskuss ihrer Freundin und ging der Verdächtigen nach. Jennifers hohe Absätze klackerten laut auf den Pflastersteinen. Ihr intensiv rot leuchtender, kurzer Rock war weithin zu sehen. Er blitzte immer wieder neben den anderen Fußgängern auf, sodass Sophie gar keinen vollständigen direkten Sichtkontakt benötigte, und so ihr eigenes Entdeckungsrisiko stark sank.
    
    Nach ein paar hundert Metern betrat Jennifer ein teuer aussehendes Hotel. Unter einem kleinen Baldachin stieg sie die wenigen Stufen zum Portal empor, das sich bei Annäherung automatisch nach innen öffnete.
    
    Sophie wartete noch ein wenig, nachdem Jennifer verschwunden war und betrat dann ebenfalls die große Empfangshalle.
    
    Zimmerpalmen gaben dem hellbeigefarbenen Raum ein sommerliches Flair. Die beiden Sessellandschaften an den Seitenwänden waren verwaist. Hinter dem Tresen, direkt gegenüber der Eingangstür und etwa sechs Meter davon entfernt, tat ein Portier Dienst.
    
    Sophie sah noch, wie Jennifer Götz ihm zunickte, sich nach rechts wandte und im Hotelrestaurant verschwand.
    
    Die Detektivin zögerte einen Moment. Die Gefahr, trotz gefärbter Haare, Brille und locker sitzender, die Figur nicht betonender Kleidung, entdeckt und, wenn alles schiefging, sogar erkannt ...
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