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Die Abenteuer der Maya Klein 01
Datum: 31.07.2026, Kategorien: Romane und Novellen,
Ausbildung? Sechs Wochen lagen nun hinter ihr. Die Klasse hatte sie mittlerweile als eine von ihnen akzeptiert. Jenny hatte Recht behalten. Von Krolm war immer noch arschig und patzig zu ihr, aber bei den Übungen harmonierten sie perfekt miteinander. Dazu waren dann noch Bommel und Mustafa gekommen. Beide hatten ihr immer wieder aufs Neue bewiesen, dass sie den nötigen Willen aufbrachten, um das Maximum an Leistung bei sich abzurufen. Sie selbst hatte damit vor allem im theoretischen Bereich ihrer Ausbildung Probleme. Wieder kam sie sich dumm und begriffsstutzig vor, wenn es um Interpretationen von Gesetzen ging, Einsatztaktik, Bürgerrechte, Kriminalistik, Unfallaufnahme, Erste Hilfe..., es schien endlos. Zumal sie ja auch noch das verpasste Wissen aufzuholen hatte. So wurden bei ihr 12 Stunden Dienstzeit zur Normalität, wo die anderen Anwärter nach acht Stunden nach Hause gehen konnten. Frustration pur für sie und so hangelte sie sich von Wochenende zu Wochenende, in denen sie entweder nach Dortmund fuhr oder sich von Sascha bei den Henschels besuchen ließ. In der letzten Woche hatte sie zum ersten Mal ihr Schießtraining absolviert. In den Wochen zuvor hatte sie voller Neid zugesehen, wie die Kollegen auf stehende und bewegliche Ziele gefeuert hatten. Für sie selbst aber gab es keine Waffe, die zu ihren Händen gepasst hätte. So hatte man ihr eine schwere Pistole aus privaten Beständen besorgt und sie in zwei Stunden fast dreihundert Schuss abgeben lassen. ...
... Immer wieder wurden ihr Ziele zugewiesen, dann entladen, sichern, Waffe zerlegen, reinigen, schussbereit machen, dann ging es von Neuem los. Klangen die Waffen der Kollegen peitschend und hell, schien ihre Pistole wie ein großer Hund dumpf zu bellen. Sie schoss gut. Sie kam als ungeübte Schützin auf einen Durchschnitt von 93 Prozent auf 50 Meter. Auch hier brillierte sie. Ihre Reaktionszeit lag über der der besten Trickschützen, wie Serverin meinte. Wenn es doch in der Theorie auch so einfach für sie gewesen wäre. Aber sie hatte unglaublich viel Mühe, alle Informationen zu verarbeiten, die den ganzen Tag lang in ihren Kopf hinein gehämmert wurden. Vom ersten Tag an war sie auch psychologisch betreut worden. Eine Spezialistin aus Berlin suchte die von ihr unterdrückten Sinne wieder freizulegen und übte mit ihr das Verarbeiten dieser zusätzlichen Sinneseinflüsse. Maya lernte jetzt, das zuzulassen, was sie über 17 Jahre lang versucht hatte abzuschalten. Dabei sollte sie aber selbst entscheiden können, auf welchem Level sie hörte, roch, sah und fühlte und wurde hier sechs Stunden in der Woche unterrichtet. Doch dabei blieb es nicht. Ihr wurde aufgezeigt, worum es künftig bei ihren Einsätzen gehen sollte. Geiselbefreiung, Hochrisikoeinsätze, Antiterror und Präventivmaßnahmen. Zögerte sie, konnte das jederzeit einen anderen Kollegen oder Zivilisten in Gefahr bringen oder sogar deren Leben kosten. Ein älterer Beamter hatte ihr sehr bildhaft mögliche Folgen beschrieben und mit ...