1. Die Brautentführung


    Datum: 07.08.2026, Kategorien: Sonstige,

    ... gemeint. Natürlich liebe ich Dich und möchte mit Dir zusammen sein. Ich fühle mich nur etwas überrumpelt. Gib mir bitte Bedenkzeit. Ich kann und will das jetzt nicht übers Knie brechen. Was ist, wenn sie mich an der Uniklinik nicht haben wollen?"
    
    "Dann wären die schön blöd. Okay, ich mach Dir folgenden Vorschlag: Überlege Dir, ob Du mit mir kommen willst, wenn ja, schicken wir unsere Bewerbungen zusammen hin. Mit unseren Zeugnissen sehe ich sehr gute Chancen für uns. Und vielleicht finden wir ja auch noch Jemanden, der ein gutes Wort für uns einlegt." "Ich werd's mir überlegen.", sagte Runa.
    
    "Ja, aber überleg nicht zu lange. Sagen wir, eine Woche, Okay?"
    
    "Ja, meinetwegen. Ich gebe Dir dann Bescheid."
    
    Runa grübelte die nächsten Tage darüber, was sie nun machen sollte. Einerseits hatte sie Angst davor, ihre angestammte Umgebung und ihre Familie zu verlassen, um anderswo neu anzufangen, andererseits wollte sie aber auch nicht Felipe verlieren. Da sie nicht weiter wusste, suchte sie ihre Eltern auf und fragte sie um Rat.
    
    "Runa, mein Kind, Du bist jetzt 25, und Du weißt, Deine Mutter und ich wollen nur das Beste für Dich. Sicherlich würde es uns schwer fallen, wenn Du ins Ruhrgebiet gehst. Aber wenn es das ist, was Du möchtest, dann stehen wir voll hinter Dir und wir unterstützen Dich, so gut wir können. Mache nicht den Fehler und verbaue Dir wegen uns Deine Zukunft. Felipe hat schon recht damit, dass er sich für die Uniklinik im Ruhrgebiet entscheidet, wenn er ...
    ... Internist werden will. Und Du willst ja auch Internistin werden, mein Kind. Also überlege Dir in Ruhe, was DU für Dich möchtest. Wenn Du eine sehr gute Internistin werden willst, dann bewirb Dich an der Uniklinik. Wenn Du mit Felipe zusammen bleiben möchtest, auch. Wie gesagt, wegen uns musst Du keine Rücksicht nehmen. Tu das, was das Beste für Dich ist."
    
    Runa zog sich in ihr Zimmer zurück und dachte lange nach, bis sie einen Entschluss gefasst hatte.
    
    Am nächsten Tag traf sie sich mit Felipe.
    
    "Und? Hast Du Dich inzwischen entschieden, was Du machen wirst, Runa?", fragte Felipe mit leicht verunsicherter Stimme.
    
    "Ja, ich habe wirklich sehr lange nachgedacht und auch meine Eltern um Rat gefragt. Und bevor Du jetzt fragst, was sie gesagt haben: Ja, ich komme mit Dir. Das heißt, wenn die uns beide haben wollen."
    
    Felipe nahm Runa in die Arme, drückte sie fest an sich und küsste sie.
    
    "Oh Runa, Du weißt ja gar nicht, wie glücklich Du mich machst. Jetzt wird alles gut."
    
    Am Wochenende half Felipe Runa dabei, ihre Bewerbung zu schreiben, und zusammen mit seiner Bewerbung und den entsprechenden Unterlagen schickten sie die Bewerbungen an die Uniklinik im Ruhrgebiet.
    
    In der nächsten Zeit warteten beide angespannt darauf, ob sie Post aus dem Ruhrgebiet bekommen, und je länger keine Antwort kam, umso unruhiger wurden die Beiden. Doch dann, vier Wochen später, waren die Antworten da.
    
    Die Uniklinik teilte ihnen beiden mit, dass sie sich über die Bewerbungen gefreut ...
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