1. Marlen macht einen Fehler


    Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif

    ... Lachen, das die Spannung durchbrechen sollte.
    
    Sie wandte sich an Horst, ihre Stimme fest und unmissverständlich, aber ohne Härte: "Horst, bitte hör doch auf mit solchen Späßen! Schließlich bin ich eine glücklich verheiratete Frau!" Die Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht für Horst, aber sie waren notwendig. Sie musste eine klare Grenze ziehen.
    
    Dann stand sie auf und tanzte demonstrativ mit Manfred, dem anderen Mann. Während des Tanzes mit Manfred versuchte Marlen, ihre Gedanken zu ordnen. Sie war sich schmerzlich bewusst, dass sie Horst wohl falsche Signale gegeben hatte, ihm vielleicht sogar Hoffnung gemacht hatte. Die ungezwungene Art ihres Umgangs, das genussvolle Tanzen, die offenen Gespräche - all das hatte er wohl missinterpretiert.
    
    Ein Stich des Bedauerns durchfuhr sie. Sie wollte Horst nicht verletzen, aber sie musste ihre Prioritäten klar machen. Ihre Ehe mit Max war ihr das Wichtigste.
    
    Nach dem Tanz guckte Marlen auf ihr Handy, eine Ausrede suchend, um die Situation zu verlassen. "Oh, Max hat mir geschrieben", sagte sie, ihre Stimme immer noch etwas angespannt, aber bemüht, neutral zu klingen. "Ich muss sofort los!"
    
    Sie schnappte sich ihre Tasche und Jacke und machte sich auf den Weg, ohne sich richtig zu verabschieden. Es war eine überstürzte Flucht, die unhöflich wirkte, aber in diesem Moment sah sie keinen anderen Ausweg. Sie musste raus, weg von der angespannten Atmosphäre, weg von Horsts Blick.
    
    Horst blieb unglücklich zurück. Er hatte ...
    ... sehr wohl gemerkt, dass er sich daneben benommen hatte. Marlens Lachen, ihre klaren Worte, ihre sofortige Reaktion - all das hatte ihn wie ein Blitz getroffen. Er spürte den Schmerz der Erkenntnis, dass er kein Recht dazu hatte, Ansprüche auf Marlen zu haben.
    
    Ein Gefühl tiefer Reue durchströmte ihn. Es tat ihm so leid, dass er sich kurz nicht im Griff gehabt hatte und damit eine wirklich gute Freundin, die sein Leben in den letzten Tagen so unerwartet aufgehellt hatte, verloren zu haben. Er wusste nicht, wie er es erklären könnte, wie er diesen Fauxpas wiedergutmachen sollte.
    
    Klar, er hatte sich in den letzten Tagen etwas in Marlen verliebt. Sie war ja auch eine Traumfrau: tolle Kurven an den richtigen Stellen, wunderschöne Augen, ihre Stupsnase machte ihr Gesicht fast perfekt. Ihre Ausstrahlung, ihre Intelligenz, ihre Lebensfreude - all das hatte ihn fasziniert und aus seiner Lethargie gerissen.
    
    Aber er wusste, dass sie ihren Mann liebte. Er war sich vollkommen bewusst, dass sie sicher nicht die Art von Frau war, die fremdgehen würde. Er hatte das auch niemals erwartet. Er hatte sich einfach nur an ihrer Nähe, an ihrer unbeschwerten Art erfreut. Sie tat ihm so gut, hatte die tiefe Einsamkeit, die ihn seit Maritas Tod umhüllte, für kurze Zeit vertrieben.
    
    Sein Griff nach ihr, der Wunsch, sie für sich zu beanspruchen, war ein spontaner Ausbruch gewesen, ein Moment, in dem die Sehnsucht die Kontrolle übernommen hatte. Er hoffte verzweifelt, dass er es morgen auf der ...
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