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Marlen macht einen Fehler
Datum: 20.09.2026, Kategorien: Reif
... Teil der Gemeinschaft nach der Probe gefühlt. Er war immer der Mann gewesen, der pünktlich kam und pünktlich ging, ein Schatten am Rande. Die Einladung von Marlen war für ihn wie ein kleiner Sonnenstrahl in einem lange trüben Himmel. Er hatte ihre offene Art und ihre positive Ausstrahlung schon immer bewundert. Sie war anders als die meisten Frauen, die er kannte - selbstbewusst, intelligent und doch mit einer ansteckenden Lebensfreude. Als sie ihn auf die Boucher-Ausstellung ansprach, durchfuhr ihn ein Gefühl, das er lange nicht mehr gekannt hatte: Vorfreude. Nicht nur auf die Kunst, die er tatsächlich sehr schätzte und die ihn an seine Jugend erinnerte, sondern auf die Möglichkeit, Zeit mit ihr zu verbringen. Es war eine kleine Aufmerksamkeit, die ihm so viel bedeutete. Er spürte, wie sich ein Teil seiner lange verschlossenen Seele langsam wieder öffnete. Der Abend im Club war für ihn ein kleines Wunder. Er genoss die Gespräche, das Lachen, die ungezwungene Atmosphäre. Und dann Marlen. Die Art, wie sie tanzte, ihre Eleganz, ihre Fähigkeit, sich seiner Führung anzupassen und doch ihren eigenen Stil zu bewahren, beeindruckte ihn zutiefst. Er hatte seine Frau geliebt, und er hatte geglaubt, dass er nie wieder so eine Verbundenheit beim Tanzen fühlen würde. Doch mit Marlen war es anders. Es war eine neue Art von Harmonie, die ihn beflügelte. Die Komplimente, die er ihr machte, kamen von Herzen. Er meinte sie ernst, und er spürte, dass sie bei ihr ankamen, auch ...
... wenn sie nicht mit überschwänglicher Freude reagierte. Er spürte ihre Wertschätzung, ihre angenehme Überraschung. Das kleine Küsschen auf ihre Wange beim Abschied war ein spontaner Impuls gewesen, ein Ausdruck seiner tiefen Dankbarkeit für diesen unerwartet schönen Abend. Er hatte keine Hintergedanken, keine romantischen Absichten, nur das Bedürfnis, seine Freude und seinen Respekt auszudrücken. Doch als er nach Hause kam, spürte er eine neue Leichtigkeit, ein Gefühl von Hoffnung, das er seit Maritas Tod nicht mehr gekannt hatte. Die Einsamkeit schien für einen Abend verflogen zu sein, und er fragte sich, ob dies der Beginn einer neuen, unerwarteten Freundschaft sein könnte, die sein Leben wieder mit ein wenig mehr Farbe füllen würde. Er freute sich auf die Ausstellung mit Marlen. . Marlens Heimkehr und das unerklärliche schlechte Gewissen Als Marlen in den frühen Morgenstunden nach Hause kam, beschlich sie ein Gefühl, das sie überraschte und irritierte. Obwohl sie den Abend mit Horst als durchweg positiv und unschuldig empfunden hatte, breitete sich in ihr ein diffuses, unerklärliches schlechtes Gewissen Max gegenüber aus. Es war paradox: Sie hatte nichts getan, was ihre Loyalität oder Liebe zu ihm in Frage gestellt hätte. Sie hatte einen schönen Abend verbracht, ja, aber es war ein Abend voller harmloser Unterhaltung, Tanz und freundlicher Gespräche. Es gab keinen Anlass für Eifersucht, keinen Anlass für Misstrauen. Und doch nagte etwas an ihr. Vielleicht war ...