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Die unerwartete Nacht
Datum: 23.09.2026, Kategorien: 1 auf 1,
... knarzte, als sie ihn öffnete, ein dunkler, satter Duft stieg auf. Sie schenkte zwei Gläser ein und reichte ihm eines. "Danke nochmal, dass du auf Max aufgepasst hast", sagte sie und ließ sich auf das Sofa sinken. Timo setzte sich neben sie, nicht zu nah, aber auch nicht fern. "Kein Ding. Ich pass immer auf ihn auf. Auch wenn er's einem manchmal schwer macht." Sie lachte leise, nahm einen Schluck. Der Wein war weich, ein wenig herb. "Du bist einer der wenigen, bei denen ich das Gefühl hab, dass er in guten Händen ist." Er sah sie an, länger diesmal. "Ich mag ihn. Und... ich mag auch, wie du mit ihm umgehst. Du bist irgendwie... stark." Lisa blickte in sein Gesicht - jung, markant, doch seine Augen waren ernst, klar. Kein billiger Spruch, keine Spielerei. Nur eine stille Offenheit, die sich zwischen ihnen ausbreitete wie ein Tuch, auf dem sich Worte leichter niederlassen konnten. "Danke", sagte sie schließlich, leise. Und sie lächelte. Nicht wie eine Mutter. Nicht wie eine Gastgeberin. Eher... wie eine Frau, die sich plötzlich bewusst wird, dass da jemand sitzt, der sie nicht als Mutter ihres Sohnes sieht, sondern als jemand, den man wirklich ansieht. Lisa schwenkte ihr Weinglas langsam, das tiefe Rot der Flüssigkeit fing sich im warmen Licht der Stehlampe. Ihr Blick lag neugierig auf Timo, der einen Schluck nahm und dann versuchte, die Stille mit einem flüchtigen Lächeln zu überspielen. "Also..." begann sie gedehnt, "bist du eigentlich ...
... vergeben?" Timo verzog leicht das Gesicht, fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. "Nicht mehr." "Aha", sagte Lisa und zog eine Braue hoch. Sie ließ ihn kurz zappeln, bevor sie nachsetzte: "Schon lange nicht mehr?" "Paar Monate jetzt", antwortete er, nahm schnell noch einen Schluck. "Und? Wer hat Schluss gemacht?" Er lachte leise, aber ohne echte Freude. "Sie. Ich denk mal, das war... absehbar." Lisa legte den Kopf leicht schief, musterte ihn. "Wieso? Du bist doch kein unattraktiver Typ. Und so, wie du auf Max aufpasst, scheinst du auch kein kompletter Idiot zu sein." Timo schnaubte, blickte kurz verlegen zur Seite. "Na ja... sie meinte, es passt einfach nicht mehr." "Ach komm, das ist doch die Standard-Ausrede. Ich will den echten Grund hören." "Lisa..." Er lachte nervös, drehte das Glas zwischen den Fingern. "Das ist nicht so einfach." "Du bist hier mit einer fast fünfzigjährigen Frau allein im Wohnzimmer, mitten in der Nacht. Ich glaub, du kannst mir ruhig sagen, woran's lag." Ihre Stimme war weich, aber bestimmt, wie Seide mit einem Stahlkern. Er wich ihrem Blick kurz aus, schüttelte dann leicht den Kopf. "Es war... der Sex." Lisa hob die Brauen. Ein winziges Lächeln spielte um ihre Lippen. "Der Sex?" Timo nickte. Seine Wangen röteten sich, doch seine Stimme war ehrlich. "Sie meinte, es wär ihr zu... na ja... langweilig. Kein Feuer. Kein Reiz." Lisa trank langsam, ließ das Glas sinken. Ihre Augen blieben an seinem Gesicht. "Und was meinst ...