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Jule - Teil 04
Datum: 27.10.2026, Kategorien: Erstes Mal
... sie entgegen, grinste zurück, riss das erste Blatt ab, und das Geräusch der Papierrolle im Halter klang irgendwie vertraut. Als sie sich säuberte, war er längst dabei, seine Zähne zu schrubben, wie jemand, der den nächsten Biss Croissant nicht erwarten konnte. Keine Eile. Kein Stress. Nur Alltag -- in seiner ehrlichsten, schönsten Form. Wenig später standen sie nebeneinander am Waschbecken. Er links, sie rechts. Jeder mit einer Zahnbürste im Mund, ab und zu ein kleiner Rempler mit dem Ellbogen, eine Berührung der nackten Hüften, wenn einer sich vorbeugte. Die Zahnpasta spritzte einmal auf Jules Brust -- sie lachte, Jonas wischte es mit der Fingerspitze weg, sie leckte ihm spontan über den Finger. Es war kindisch. Es war zärtlich. Es war sie. Sie zogen sich an -- nur das Nötigste. Jule in Shorts und einem alten Shirt ohne BH, Jonas in bequemen Jeansshorts und einem T-Shirt, das leicht über seinen Schultern spannte. Nichts Auffälliges, nichts, das im Dorf Aufsehen erregen würde. Ein Paar Sneaker. Fertig. Dann machten sie sich auf den Weg. Ein schneller Spaziergang durch das Wohnviertel, barfuß in Sandalen, Hand in Hand. Die Sonne brannte noch nicht, aber die Wärme war schon da, in der Luft, im Asphalt, in ihrer Haut. Im Edeka war es fast leer. Die Bäckerin hinter der Theke erkannte Jule sofort, lächelte. Sie nahmen Croissants, frische Brötchen, ein Nougathörnchen, Butter, Erdbeermarmelade, Käse und zwei Becher Eiskaffee aus dem Kühlregal. Jule schlich ...
... kurz zu den Joghurts, Jonas holte spontan eine Packung gekochte Eier. Die Kassiererin wünschte ihnen ein schönes Wochenende -- und ihr Blick sagte: Ihr seht aus, als hättet ihr's schon. Zuhause roch es nach Kaffee und Speck. Die Küche war warm, die Pfanne bruzzelte. Jules Mutter stand am Herd, das Haar im Nacken hochgesteckt, das Lächeln wie frisch aufgelegt. Der Tisch war bereits gedeckt, Butter und Aufschnitt standen bereit, zwei Gläser Orangensaft leuchteten im Morgenlicht. „Na, ihr zwei. Frühstückstour erledigt?", fragte sie mit einem Seitenblick, der eindeutig zu viel wusste -- und gleichzeitig nichts sagte. Jule nickte, stellte die Tüte auf den Tisch. Jonas stellte die Eiskaffees daneben. Von Jules kleiner Schwester keine Spur -- vermutlich noch oben, oder längst abgetaucht in ihren eigenen Plan. Sie setzten sich. Die Butter war weich, das Brot frisch, das Lächeln in Jules Gesicht satt. Ihre Mutter reichte den Brotkorb herum und fragte, ganz nebenbei: „Und, was habt ihr heute so vor? Schwimmbad vielleicht? Oder eine Runde shoppen? Oder beides?" Jonas sah zu Jule. Sie legte den Kopf leicht schräg, kaute, schluckte, leckte sich Butter vom Finger -- und lächelte. Der Tag hatte gerade erst angefangen. Der Tag hatte noch keinen festen Plan, aber er hatte Möglichkeiten -- und das war oft die beste Ausgangslage. Sie frühstückten lange, räkelten sich auf ihren Stühlen, teilten sich Croissants und Butterflöckchen, naschten Eiskaffee und ...