1. Polyamorie 04 - Kapitel 01+02


    Datum: 29.07.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Kofferinhalt.
    
    „Was?", fragte sie. Man spürte ihr aufgeregtes Herz schlagen. Die große Meisterin von Zuckerbrot und Peitsche wirkte unsicher. Wir machten sie nervös.
    
    Lena und ich umarmten sie gleichzeitig von hinten. Wir drückten sie fest an uns. Ich gab ihr einen Kuss in den Nacken.
    
    „Du musst nicht immer die Starke spielen", sagte ich zu ihr. „Ich habe schon längst bemerkt, wie sanft du sein willst. Bei uns darfst du das. Sperre die ‚Lady Julia' am besten mit in den Koffer. Sei wieder die kleine Julia, die von ihrem Prinzen träumt und geküsst und gestreichelt werden will", legte ich ihr nahe.
    
    „So wie vergangene Nacht", fügte Lena hinzu. Juls schluckte. Schwer ausatmend drehte sie sich mit gesenktem Kopf zu uns.
    
    „Es ist nicht leicht, in einer von Männern dominierten Arbeitswelt, Schwächen zu zeigen. Ich würde gerne, aber-"
    
    „Bei uns kannst du, Julia. Wir lieben dich. Und jetzt, da Marie geheilt ist, brauchst du nicht immer die Taffe spielen", sagte Lena zu ihr.
    
    „Oh, bitte ja. Ich will auch wieder die Julia sein, die ich mal war", rief sie freudig, drückte uns beide an ihre Brust und heulte los. „Mist, jetzt muss ich mich nochmal schminken", schluchzte sie und lief ins Bad.
    
    „Warte, ich komme mit", rief Lena und eilte ihr hinterher. Entschuldigend blickte sie über die Schulter zurück. Ihr Make-Up war ebenfalls verschmiert.
    
    Eine halbe Stunde später schlenderten wir aus dem Hotel zu einem italienischen Restaurant. Nach den letzten Tagen der Völlerei ...
    ... wollten wir uns etwas Gutes tun, darum entschieden wir, zu laufen und nicht mit dem Taxi zu fahren. In zwei Dreier-Reihen schlenderten wir hintereinander. Julia und Lena hatten sich bei mir untergehakt, hinter uns gingen Lisa mit Marie und Yasi. Wir nutzten den Weg für einen Schaufensterbummel und blieben alle paar Meter stehen. Wir bedauerten, nicht mehr von New York gesehen zu haben. Wir waren nicht an der Freiheitsstatue oder an der Wall Street. Wir hatten nichts, bis auf das Hotel und die nähere Umgebung erkundet.
    
    Von hinten rief Lisa: „Können wir nochmal nach New York fliegen? Dann möchte ich ne richtige Sightseeing-Tour machen, nicht nur Quick-Shopping, oder so. Das ist wie ein Duschfick ohne Orgasmus."
    
    An unseren übereilten Aufbruch beim Abflug erinnert, bei dem unter der Dusche alles schnell-schnell gehen musste, drehte ich meinen Kopf über die Schulter und nickte ihr zu. „Gern, mein Engel. Das wäre also dein Wunsch für unsere Hochzeitsreise zu zweit?! Nicht Hawaii oder die Dominikanische Republik?"
    
    „Das eine schließt ja das andere nicht aus. Man kann doch auch eine Woche hier und eine da machen!", erwiderte sie. Dabei bemerkte ich, wie Marie ihr Smartphone vor sich hielt und uns filmte. Jetzt nur nichts Falsches sagen oder zu viel zugestehen, am Ende wird es noch gegen mich verwendet, dachte ich und murmelte: „Warum nicht gleich ne Weltreise?"
    
    „Viel zu stressig", antwortete Julia. Ich linste zu ihr rüber. „Ja, ein Kollege hat eine gemacht. Der war an zu vielen ...
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