1. Eine misslungene Entführung - 01


    Datum: 10.10.2021, Kategorien: Nicht festgelegt,

    --- EPILOG ---
    
    DOOONGGGGGGG!!!!!!
    
    Der Klöppel der schweren bronzenen Glocke schlug mit voller Wucht gegen ihre massive Seitenwand als die Glocke ihren Scheitelpunkt erreichte.
    
    Die Schwerkraft erfasste den gesamten Glockenkörper und zog ihn in die entgegengesetzte Richtung nur um am gegenüberliegenden Scheitelpunkt erneut mit großer Gewalt vom Klöppel angeschlagen zu werden.
    
    DOOONGGGGGGG!!!!!!
    
    Irgendwo blitzte es mit urzeitlicher Kraft.
    
    Zusammen mit dem gewaltsamen Klang der Glocke explodierte eine Kaskade von Schmerzen aus dem Nichts. Der Blitz blieb konstant im Raum stehen und verursachte ein dauerhaftes Trommelfeuer brennender Qualen.
    
    Langsam, ganz langsam tauchte ein Körper im Nichts auf. Zuerst die Arme und Beine, dann schälte sich ein männlicher Torso aus dem Nebel und ganz zuletzt ließ sich oberhalb des Rumpfes ein Kopf erahnen der langsam Konturen annahm.
    
    WUUMMMMS ... das gesamte wahrnehmbare Universum erzitterte von einem Schlag den die abgenutzten Stoßdämpfer des Transporters direkt in den Laderaum übertrugen als das Fahrzeug mit halsbrecherischer Geschwindigkeit über ein Schlagloch fuhr.
    
    Der Kopf der sich gerade erst aus dem Nichts manifestiert hatte, knallte unkontrolliert gegen den Boden des Wagens und sofort verschwand jedes wahrnehmbare Gefühl, jeder körperliche Reiz wieder im warmen schwarzen Loch der absoluten Bewusstlosigkeit
    
    --- WENIG SPÄTER ---
    
    Martin versuchte seine Augen ein Spalt weit zu öffnen. Die Schmerzen die ihn ...
    ... diese Bemühung kosteten waren kaum zu beschreiben. Er fühlte seinen Kopf auf einem harten Untergrund liegen der unangenehm hin- und her schaukelte und in unregelmäßigen Abständen durch kurze Schläge wahre Schauer des Schmerzes durch seinen Kiefer jagte.
    
    Er versuchte die Augen erneut zu öffnen. Es gelang jetzt zumindest soweit, um verschwommene vage Konturen und hellere und dunklere Flecken wahrnehmen zu können. Er versuchte sich durch den Schmerz hindurch zu konzentrieren.
    
    Er war Martin Steinmaier, 38 Jahre alt, gesund, unauffällig, bisher in guter körperlicher Verfassung. Wie er in diese Lage gekommen war konnte er sich nicht erklären. War er gestürzt? Hatte ihn ein Auto überfahren? In den letzten bewussten Sekunden die er sich im Moment aus seinem Gedächtnis holen konnte war er in seiner ebenerdigen Wohnung an der Haustüre gestanden!?
    
    Wo war er überhaupt?
    
    Er versuchte mit der Hand die Stelle an seiner linken Schläfe zu berühren die in regelmäßigen Abständen die schockartigen Schmerzkaskaden aussandte. Es gelang ihm nicht -- die Hand wollte ihm nicht gehorchen. Er geriet langsam in Panik ... was war das? Warum gehorchte sein Körper nicht mehr? In einem ersten panischen Moment dachte er an eine Querschnittlähmung! Aber warum war er dann hier in dieser Hölle und nicht in einem Krankenzimmer oder einem Rettungswagen?
    
    Er zwang sich zur Ruhe und versuchte durch den furchtbaren Schmerz hindurch Schritt für Schritt klare Gedanken zu fassen. Er spürte seine Finger, das ...
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