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Eine misslungene Entführung - 01
Datum: 10.10.2021, Kategorien: Nicht festgelegt,
... warf ihrer jüngeren Kollegin einen Blick zu der sie auf der Stelle hätte töten können. Spannend was hier ablief, dachte Martin und fragte wo denn das Auto stehe. Die beiden führten ihn -- nach wie vor ohne Schuhe - ca. 50 Meter die Straße hinunter zu einem großen, weißen Mercedes Kastenwagen in bemitleidenswertem Zustand. Die Rostblumen blühten rundherum an den Bordwänden, die Reifen waren grenzwertig abgefahren und die Scheibe hatte rechts oben im Eck einen großen Sprung wie ein Spinnennetz. Das Ding würden sie beim TÜV wohl ins Freie schieben und anzünden, war Martin sich sicher. „Das ist ihr Fahrzeug? Ernsthaft?" „Ja", gab sich die Ältere zerknirscht -- „ist ein Firmenwagen, der Boss fährt mit dem Ferrari" versuchte sie einen Scherz. Ganz bestimmt, dachte Martin, ließ sich aber nichts anmerken. „Kein Problem, der schluckt Diesel, ich hab hinten im Garten noch ein paar Liter in einem Kanister, das reicht dann für die Fahrt zur Tankstelle in Mühlhausen". Sie gingen gemeinsam zurück zum Haus und Martin schloss seine Wohnungstüre auf. Gerade als er die Türe einen Spalt geöffnet hatte, explodierte seine Welt in einem Urknall ... Seine Gedanken setzten sich zu einem klaren Bild zusammen. Entweder die Haustüre war ihm auf den Kopf gefallen und die beiden Damen brachten ihn gerade ins Krankenhaus ... eher unwahrscheinlich ... oder die beiden waren ursächlich daran beteiligt wie er jetzt zugerichtet war und er wurde gerade in ihrem Transporter entführt - ...
... ohne, dass er sich den geringsten Reim auf ein Motiv machen könnte. Außerdem, wie hätten ihn die doch zierlichen Gestalten die 50 Meter zum und dann noch in das verrottete Auto bewegen sollen? Das Ganze machte doch überhaupt keinen Sinn. Da er nicht davon ausging, dass die beiden ihn zu ihrem Sexsklaven machen wollten -- was ihm bei der jüngeren Schwarzhaarigen gar nicht so unrecht gewesen wäre -- und angesichts der massiven Schmerzen in seiner vorderen Schädelpartie, ging es wohl um etwas, bei dem er nicht als Sieger aussteigen würde. Aber gut, es half nichts, er musste jetzt einen Weg finden seine Situation zu verbessern. Unter dem Bademantel war er nach wie vor nackt, kein Handy, keine Schuhe, kein gar nichts. Sein gutes Stück scheuerte unangenehm am Holzboden. Er fühlte sich irgendwie wie ein Sexsklave und dachte noch „aus dieser Situation könnte man echt was machen". Martin musste grinsen, zumindest so lange bis die nächste Schmerzwelle durch den Schädel schoss. Er betastete ausgiebig seine Handfessel und hier erlebte er zum ersten Mal eine positive Überraschung. Seine Handgelenke waren vor dem Körper mit einem Kabelbinder aneinandergefesselt. Es war ein breites Modell das sich unmöglich zerreißen oder abstreifen ließ, aber -- und das warf ein mehr als merkwürdiges Bild auf diese ganze Aktion -- er konnte einen Öffnungsmechanismus ertasten. Es gibt da diese Einmal-Kabelbinder, die man zusammenzieht und danach nur mehr aufschneiden kann -- perfekt für ...