1. EWK 02 - Die Show für den Fotografen


    Datum: 25.11.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... zu
    
    "Wenn ich ehrlich bin, dann dachte ich in der Toskana, dass wir den ganzen Tag ficken würden und in den Pausen Kräfte auftanken müssten. So wie es jetzt aussieht, ist diese Beziehung harte Arbeit" Coras ehrliche Aussage, traf den Nagel auf den Kopf
    
    Cora stand auf, schaute uns an "So, ich bin jetzt müde und leg mich schlafen. Wer kuscheln will kann gerne runter kommen, aber Sex gibt es heute Nacht definitiv keinen"
    
    Sie dackelte runter und ich sah Gerd an, dass er auch müde war. Wir räumten noch die paar Gläser weg und ich setzte mich an diesem lauen Abend mit einem letzten Glas Aperol auf die Terrasse. Irgendwo brüllte ein Kind, am Waldrand stiegen ein paar Vögel auf, aber sonst war es ruhig. Es war mittlerweile 23:00 geworden. Was keiner wusste war, dass noch immer eine Atemtherapie machte. Ich fing an meine eigene Atmung bewusst wahrzunehmen, auch die Verbindung zwischen Körper und Geist. Ich atmete eine Weile, merkte wie die Verspannung im Nacken besser wurde und wie der psychische Stress verflog.
    
    Mir war nicht aufgefallen, dass ich mit dunklen Klamotten im Schatten saß und für einen Fotografen nicht sichtbar sein sollte. Aber er war nicht da, kein verräterisches Knacken in der Hecke, keine Gestalt die weghuschte. Ich wollte mich gerade erheben, da nahm ich eine Bewegung war. Nicht bei uns, sondern bei unseren Nachbarn zur linken. Die Hecke zu denen war niedrig und so sah ich einen Schatten, der sich vom Haus weg zu dem Gartentor bewegte.
    
    Das Türchen ...
    ... knarrte, als der Schatten drüber stieg. Nicht so laut, dass jemand deswegen nachschauen kommen würde. Der Schatten bewegte sich weg von uns. Diesem Arsch würde ich es zeigen, dachte ich mir und stand leise auf. So leise ich konnte huschte ich durch die Hecke, ging auf dem Schotterweg in dieselbe Richtung. Der Mond schien fast nicht und der Schatten schien verschwunden zu sein. So schnell wollte ich nicht aufgeben. Ich setzte meinen Weg fort, schaute in die Gärten, über gepflegte Rasen und Gartenhütten, aber es war ruhig. Wo war der nur hin?
    
    Nach einer kleinen Ewigkeit gab ich auf. Ich ließ meinen Blick ein letztes Mal durch die dunkle Nachbarschaft wandern, lauschte, aber es war ruhig.
    
    Ich hatte es doch nicht geträumt, da war einer gewesen!
    
    Ich überlegte für einen Moment Gerd aus dem Bett zu schmeißen, aber es war ja jetzt sowieso zu spät. Aber was hatte der Fotograf bei unseren Nachbarn gewollt. Die waren beide fast 60 und Langweiler. Die machten doch garantiert die Rollläden runter beim Ficken!
    
    Und es stimmte. Die Rollläden waren unter, die Türen sahen zu aus. Keine Ahnung was der hier gewollte hatte.
    
    In dieser Nacht schlief ich wieder einmal schlecht. Ich hatte gestern ausgemacht früh auf der Arbeit zu sein und so sah ich weder Gerd noch Cora bevor ich ging. Der einzige Lichtblick war, dass es Freitag war und ich um 13:00 Feierabend hatte. Es war noch immer warm und im Haus war niemand außer mir. Ich schaltete die Nespresso-Maschine an, zog mir was bequemeres an ...
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