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Kometenhaft 02 - 03
Datum: 16.03.2022, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... schließlich auch wieder entnervt ausgezogen ist. In unseren abendlichen Runden komme ich mir inzwischen zwar auch wie das fünfte Rad am Wagen vor, wenn die beiden kuschelnd mir gegenüber sitzen, aber sie halten sich wenigstens außerhalb ihrer Zimmer mit dem Geknutsche zurück. Vielleicht auch aus Rücksicht auf meine derzeitige Gemütslage. Um nicht falsch verstanden zu werden: ich freue mich für die Beiden, weil sie eben auch so gut zusammenpassen, aber ihr Anblick erinnert mich eben auch an Vanessa. Na gut, jetzt bin ich also wieder in meine alte WG eingezogen und fühle mich so allein wie noch nie. Andrea und Frank sind heute Abend mal wieder ausgegangen und werden es wohl wieder in irgendeiner dunklen Gasse machen (was mir Frank dann gerne am nächsten Tag "beichtet"), und Mareike lebt sowieso auf einem anderen Planeten. Die Nächte bleiben derweil weiterhin schmerzhaft. Ich kann mich noch immer nicht so ganz daran gewöhnen, allein im Bett zu liegen. Und das Gekicher und andere Nebengeräusche von Nebenan machen die Sache auch nicht besser. Mal sehen, was ich heute Abend machen kann, um nicht dauernd über Vanessa zu grübeln ... Kometenhaft 03 - Familie Mittwoch 14. Juni Familie ist doch das Größte, oder? Ich hatte gerade wieder mal ein längeres Telefonat mit meiner Mutter, deswegen muss ich mich hier einfach über meine Familie auskotzen: Gut, fange ich am besten damit an, dass ich eigentlich aus einer normalen ländlichen Arbeiterfamilie komme. ...
... Aufgewachsen auf dem Dorf, kann ich auch heute nicht so besonders viel mit Städten anfangen. Und deswegen gehe ich auch gerne mal raus aus der Stadt, oder zumindest in den Park, um etwas Ruhe zu finden. Das Stadtleben ist mir einfach zu hektisch und in die Fußgängerzone gehe ich höchstens in Begleitung (am liebsten mit Vanessa Eis essen), oder wenn es nicht anders geht. Sonst ist mir ein Ausflug in die Natur lieber. Leider gibt es auf dem Land keine Hochschulen, deswegen musste ich nun doch in die Stadt ziehen. Mit meinen Eltern habe ich wahrscheinlich die üblichen Probleme, die eigentlich jeder hat, ich empfinde sie jedoch als besonders stark. Bei meinem Vater ist es am schlimmsten. Obwohl seine beiden Söhne längst erwachsen sind, versucht er uns noch vorzuschreiben, was wir tun sollen. Bei mir wollte er nach der Mittleren Reife, dass ich einen Beruf erlerne. Am besten den gleichen wie er. Ich ging stattdessen aufs Gymnasium. Nach dem Gymnasium sollte ich dann Studieren. Stattdessen gönnte ich mir eine "Auszeit", in der ich Elektroniker gelernt habe. Danach wollte er mir einen Job in seiner Firma aufdrängen, stattdessen ging ich nun doch studieren. Dazu auch noch Elektrotechnik! Er hält nicht viel von "Strippenziehern". Was er nicht so ganz verstanden hat: ich bin mit meiner Fachrichtung zufrieden. Vor allem, weil er mir hier gar nichts mehr sagen kann, weil er von Strom keine Ahnung hat. Bei meinem Bruder verhielt er sich irgendwie anders. Wahrscheinlich ...