1. Cowboy und Indianer (genau wie früher)


    Datum: 26.09.2022, Kategorien: Sonstige,

    ... Alter und unsere Vergangenheit ausblendete.
    
    "Du darfst das natürlich auch", bot mir Johann großzügig an. Aber ich verzichtete dankend.
    
    Als die beiden mich mit einer Kordel an die alte Eiche fesselten, war endgültig klar, dass es sich anders anfühlte als damals. Auch vor zwölf Jahren war ich erregt gewesen. Allerdings nur, weil ich mir vorgestellt hatte, wie es sein würde, wenn mein Freund mich das erste Mal fesselte. Und dann noch einmal, als Herr Reichelt unerwartet vor mir gestanden und seine Fotos geschossen hatte. Dieses Mal jedoch war ich so unangemessen geil, dass ich inständig hoffte, man würde es meinem Höschen nicht ansehen. Allerdings schämte ich mich massiv dafür, weil die Zwillinge, sobald ich meine Augen schloss, immer noch die kleinen Jungs von früher waren. Dass
    
    sie
    
    mich jetzt auf eine andere Weise ansahen, konnte ich unschwer an ihren Blicken und den Ausbeulungen ihrer Hosen erkennen.
    
    "Irgendwie fühlt sich das nicht richtig an", meinte Julian und sah mich mit seinen einfühlsamen Augen nachdenklich an.
    
    Mir wurde ganz warm ums Herz. So war er damals schon als kleiner Kerl gewesen. Doch noch bevor ich ihm beipflichten konnte, drehte er sich um und lief ins Haus. Wenig später kam er strahlend zurück. Doch statt einer Schere, um mich loszumachen, trug er etwas anderes in seiner Hand.
    
    "Die Haargummis gehörten meiner letzten Freundin", behauptete er, auch wenn seine Haarlänge eine andere Möglichkeit vermuten ließ.
    
    Ungefähr eine Minute und ...
    ... ganz genau zwei Zöpfe später stand Johann mit seinem Handy vor mir und fotografierte mich. "Damals warst du hübsch und verdammt süß. Heute bist du megascharf und extrem heiß."
    
    Das konnte ich wohl nicht leugnen. Die Jungs waren allerdings ebenfalls nicht zu verachten. Sie lieferten nun extra für mich einen erstaunlich überzeugenden Showkampf ab. Die Sonne sorgte dafür, dass ihre nackten Oberkörper nach kurzer Zeit mit einem Schweißfilm überzogen waren. Ich lachte, feuerte mal den einen, mal den anderen an und hechelte bald schon vor Lust und Hitze. Langsam wurde mir schummrig zumute, das Bild vor meinen Augen verschwamm zusehends und in meiner fieberhaften Wahnvorstellung trugen die beiden keine Hosen mehr, sondern duellierten sich mit ihren Schwertern. Als mein Hirn mir in einem vorübergehend klaren Moment steckte, dass weder Cowboys noch Indianer mit Schwertern kämpften, begriff ich, dass ich kurz vor einem Hitzschlag stehen musste.
    
    "Macht mich bitte los!", rief ich.
    
    Julian reagierte umgehend. "Du bist ja ganz rot im Gesicht. Warte, ich hol dir schnell etwas zu trinken."
    
    "Was stehst du hier auch die ganze Zeit in der prallen Sonne herum?", meinte Johann mit einem schelmischen Grinsen, während er mich vom Baum losband.
    
    "Noch ein Wort und ich ..."
    
    "Ach komm, das sind ja doch nur leere Drohungen. Dabei ist mein Bett wirklich groß genug für zwei. Da spreche ich durchaus aus Erfahrung."
    
    "Ich gehe lieber in den Swimmingpool. Mein ganzer Körper braucht dringend ...
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