1. Liberté, Egalité, Fraternité - DEU


    Datum: 29.10.2022, Kategorien: Betagt,

    ... beugte sich zu mir rüber und flüsterte mir ins Ohr. „So wie ich meinen Vater und seine Verehrung für Dich kenne, Louise, liebt er vermutlich am meisten, Dich nackt die Prachtstraße herabmarschieren zu sehen." Er grinste breit. Ich verstand ihn sehr gut.
    
    Die weitere Präsentation zeigte die endgültigen Designs für uns. Jean-Jacques würde meinen blauen Körper gestalten, Michelle würde den weißen Part mit Carol und Eric, ein enger Freund, der auch an meinem Seminar teilgenommen hatte, würde die rote Amy übernehmen. Unsere Kopfbedeckung würde aus den typischen Phrygiens, der Freiheitsmütze der Marianne, bestehen, jeweils in unserer Farbe. Dies würde kombiniert mit einer farbigen Augenmaske, um unsere Identität bei der weltweiten Präsentation des Events zu schützen.
    
    „Wir werden ein Video dieses Kunst-Events produzieren", erläuterte Jean-Jacques. „Dafür haben wir drei mobile Kameramänner mit großer Handycam-Erfahrung engagiert, dazu kommt eine Drohnenkamera, die das Ganze von oben filmt. Das Eventvideo wird in die Website der Galerie eingebaut und auf Social Media wie Instagram, You Tube und anderen publiziert.
    
    „Das ist der zweite große Vorteil, dass wir ein offizielles und genehmigtes Kunst-Event veranstalten", erläuterte Michelle, nun ganz Juristin. „Es sichert uns das weltweite Copyright auf allen Mediakanälen."
    
    Amy, Carol und ich waren tief beeindruckt von der Initiativkraft und der Arbeit, die unsere künstlerischen Partner in das Projekt investiert hatten. Eine ...
    ... verrückte Idee, entstanden am Dinner-Tisch in einem Yorker Restaurant, wurde nun tatsächlich zu einem Kunst-Event. Und wir, drei gestandene Professorinnen der Yorker Universität, standen im Zentrum dieses Events. „Unsere Nippel stehen quasi an der Spitze", murmelte Amy etwas sarkastisch.
    
    Ich grinste. „Bei Dir zumindest sind sie bereits knallhart nach vorn gerichtet."
    
    „In der Tat", grinste Amy zurück. „Ich würde sie am liebsten jetzt schon aus ihrem Textilgefängnis befreien."
    
    Der Test-Walk im angezogenen Zustand, zwei Tage vor dem eigentlichen Ereignis, verlief ohne Probleme. Wir brauchten in unseren, für einen längeren Lauf etwas ungewohnten High Heels etwa fünfundzwanzig Minuten vom Start bis zum Ziel.
    
    Dann kam der große Tag. Beim Frühstück waren wir drei unglaublich nervös. Wir hatten uns am Abend zuvor am ganzen Körper vollständig rasiert, was in sich schon ein großer Spaß war, weil wir uns gegenseitig rasierten. Das provozierte auch noch etwas Zusatzspaß im Bett. „Orgasmen sind die beste Entspannungstechnik", war mein sarkastischer Kommentar, bevor wir dann jede für sich allein ins Bett ging, um so gut wie möglich zu schlafen. Aber als wir nervösen „Hühner" zu Mittag in unserer Künstlerwerkstatt am Place Charles de Gaulle eintrafen, sah alles und jeder gut vorbereitet aus. Es konnte losgehen.
    
    Unsere drei Body-Painting-Künstler hatten drei separate Arbeitsbereiche geschaffen, wir waren aber in der Lage, die jeweiligen Arbeitsfortschritte der beiden anderen ...
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