1. Das Refugium 2 - Complete 000 - 018


    Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... Ritchie vorsichtig, "es gab da Gerüchte. Ein paar versprengte Bergsteiger hätten sich dort eingenistet. Aber vermutlich sind sie längst verhungert, niemand überlebt dort oben den Winter, außer er könnte Steine fressen."
    
    "Und was wenn doch? Irgendwelches Viehzeug, was man jagen kann, wird es doch wohl geben?"
    
    "Ja, das ist anzunehmen," gab sich Ritchie weiterhin zugeknöpft.
    
    "Herrgott, lass dir nicht jedes Wort aus der Nase ziehen." Nikolai verlor langsam die Geduld. "Ich will jetzt wissen, was du weißt, und vor allem will ich wissen, warum ihr die Bande nie endgültig ausgeräuchert habt."
    
    Ritchies Widerstand brach zusammen, und er erzählte Nikolai wahrheitsgemäß von der geplünderten und ausgebrannten Hütte, und dem schwierigen Zugang, den Fluchtmöglichkeiten in die Felswände, denen die Marauder nicht gewachsen waren, und den unerklärlichen Unfällen, die viele Opfer gefordert hatten.
    
    "Es gab da oben nichts mehr zu holen, was den Aufwand gerechtfertigt hätte.", brachte Ritchie die Sache endlich auf den Punkt. "Da haben wir beschlossen, sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen."
    
    Endlich war Nikolai zufrieden. Er inspizierte den Arbeitsfortschritt an den Drohnen, und blickte auf seine Uhr. "Für heute ist es zu spät," stellte er fest, "aber gleich morgen Früh bei Sonnenaufgang will ich, dass die Drohnen die Gegend Millimeter für Millimeter absuchen. Und bringt diesmal die KRABs vorher in Stellung. Wieder mit Streumunition. Wenn die Drohnen etwas ausmachen, möchte ...
    ... ich, dass sie sofort schießen können."
    
    Oben im Tal kam Sandy stöhnend wieder zu sich, und fasste sich an die dick bandagierte Stirn. "Willkommen zurück bei den Lebenden", feixte Lisa, die unmittelbar neben ihr lag, "und schau, wen ich hier gefunden habe."
    
    "Sandy." Marianne eilte herbei und nahm ihre jüngere Stieftochter liebevoll in den Arm. "Wie geht es deinem Kopf? Tut es sehr weh?"
    
    "Geht schon," murmelte Sandy tapfer mit schwacher Stimme, "was mich echt umhaut ist, dass du lebst." Und Sandy erwiderte die Umarmung, so gut sie konnte, und ließ ihren Tränen freien Lauf. Auch Lisa kam hinzu, und Marianne konnte ihre Rührung ebenfalls nicht mehr im Zaum halten. Während die drei Frauen sich vor Glück schluchzend in den Armen lagen, verdrehte Eva die Augen zur Decke, und flüsterte Walter zu: "Wenn ich gewusst hätte, dass die drei so nah am Wasser gebaut sind, wäre ich Luft schnappen gegangen".
    
    "Lass sie," antwortete Walter ebenso leise, "sie dachten, ihre Mutter sei tot, und da dürfen schon mal ein paar Tränen fließen beim Wiedersehen."
    
    "Wenn das Geflenne noch länger dauert, gehe ich tatsächlich, mir eine Runde die Beine vertreten", antwortete Eva ungerührt, "kommst du mit?" Walter nickte, die beiden verließen ihren Unterschlupf, und spazierten ein Stück weit durch die Steinwüste. Schließlich lehnten sie sich nebeneinander an einen großen, sonnenwarmen Steinblock, und genossen den Frieden des von der späten Nachmittagssonne beschienenen Tals.
    
    "Warum hat dieser ...
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