1. Das Refugium 2 - Complete 000 - 018


    Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... eisenharten Kern, sonst könnten sie das strapaziöse Training niemals durchhalten. Wenn sie entschlossen sind, etwas durchzusetzen, dann tun sie es auch, und zwar mit allen Mitteln. Es ist besser, sie nicht zum Feind zu haben, also Sandy, ab sofort Finger weg von ihrem Handy."
    
    "Versprochen, Mama", gab Sandy einen Augenblick zu bereitwillig nach. Natürlich würde sie weiter ihre Nase in Kalinas Nachrichten haben, wann sonst bekam man denn schon Gelegenheit der Kommunikation einer Präsidentengattin einer Supermacht zu folgen.
    
    Gegen Abend war Sandy noch damit beschäftigt, einen Nachbau eines russischen Militärhandys mit der Technologie eines Stationscontrollers zu vereinigen, da schlug plötzlich ihr "Kalina Karajeva" Filter an. Überrascht las Sandy, dass die Nachricht für sie bestimmt war. "Ruft Radomir Punkt 10 an, anbei seine Nummer, und jetzt verzieh Dich auf der Stelle aus meinem Handy, oder es setzt was." Dahinter folgen ein Smiley und eine russische Mobilfunk-Telefonnummer.
    
    Sandy grinste in sich hinein, die Frau hatte offenbar Hirn und Stil. Sandy speicherte die Nummer des Handys, das laut den Informationen auf ihrem Bildschirm gerade erst registriert worden war, und löschte dann tatsächlich den "Kalina Karajeva" Filter. Notfalls war er schnell wieder eingerichtet. Dann rief sie Manfred an und teilte ihm mit, dass er um zehn Uhr die vermutlich wichtigste Verabredung seines Lebens hatte.
    
    Kurzerhand lud der alle anderen ein, als Zuhörer dabei zu sein. Das ...
    ... ersparte ihm auch, später stundenlang lästige Fragen zum genauen Gesprächsverlauf beantworten zu müssen.
    
    Als es Zeit war, fühlte sich zum ersten Mal seit Langen wirklich nervös. Immerhin ging es um nichts Geringeres als die Zukunft der menschlichen Zivilisation. Er hatte sich in Schale geworfen, sprich, er hatte sich gekämmt und rasiert, und einen frisch gebügelten Stationsoverall angezogen. Nun wartete er auf den Zeitpunkt, seinen Anruf bei Radomir zu machen.
    
    Punkt zehn Uhr Moskauer Zeit drückte er die Wähltaste des nachgebauten Handys, und initialisierte einen Videocall. Gleichzeitig duplizierte er den Bildschirminhalt des Controllers an die Wand seiner Kommandozentrale, damit alle mitschauen konnten.
    
    Es hatte kaum zwei Mal geklingelt, da wurde der Anruf angenommen. Auf dem Bild erschien Radomir Gruschin, wie immer korrekt gekleidet in Anzug und Krawatte, und an einem weißen Schreibtisch mit barocken Goldverzierungen sitzend. Stocksteif wie immer, aber mit hellwachen Augen, hielt er seine Hände vor dem Körper verschränkt, und hatte einige Blätter auf dem Tisch bereitgelegt.
    
    "Guten Abend, Herr Präsident," begann Manfred das Gespräch mit allem gebotenen Respekt, immerhin sprach er direkt zu einem der drei mächtigsten Männer der Welt. "Ich danke Ihnen, dass Sie uns anhören, und versichere Ihnen, Ihre Zeit nicht unnütz zu verschwenden."
    
    "Ich bin der Präsident, ich habe so viel Zeit wie ich will," kam es wenig freundlich zurück. Und wie nicht anders zu erwarten war, zog ...
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