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Das Refugium 2 - Complete 000 - 018
Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... hatte ihr den Arm um die Schultern gelegt. "Ich habe also Krebs?" fragte sie. "Das würde die Symptome erklären. Ich war in letzter Zeit oft müde und hatte undefinierbare Schmerzen. Die Ärzte meines Mannes haben eine harmlose Infektion vermutet, und mir schwache Antibiotika verschrieben." "Kann ich die mal sehen?", fragte Walter, und Kalina kramte eine reich verzierte Pillendose aus ihrer Manteltasche, und gab sie ihm. Walter entnahm eine Kapsel, und diktierte ihre winzige Aufschrift in den Stationscomputer. Sekunden später erhielt er alle Informationen zu diesem Medikament auf dem Bildschirm. "Dachte ich es mir doch," sagte er, und ließ Kalina den Text lesen. "Es ist ein Aufputsch- und Schmerzmittel, man gibt es im Endstadium, um den Patienten noch einige erträgliche Wochen zu schenken. Das Medikament reichert sich an, irgendwann fallen die Patienten in ein Koma, und versterben schließlich friedlich, ohne nochmals das Bewusstsein zu erlangen." "Es ist also eine Euthanasie-Droge?" Kalina war entsetzt. "Ja," sagte Walter, "man mag darüber denken, wie man will, aber mir scheint es in einer ausweglosen Situation ein gangbarer Weg, einem Menschen zuletzt noch Zeit zu verschaffen, und ihn dann in Würde gehen zu lassen. Dazu wird es allerdings in deinem Fall nicht kommen, ich versichere dir, wir können dich heilen." "Hat Radomir davon gewusst? Natürlich hat er es gewusst. Und er hat nichts gesagt." Auf Kalinas Stirne erschien eine Zornesfalte. Radomir war sicher ...
... einer der mächtigsten Männer der Welt, aber in solchen Augenblicken hätte er sich vermutlich ziemlich viel ziemlich wenig Erfreuliches anhören müssen. "Was hätte er sagen sollen? Kalina, es war schön mit uns, aber jetzt mach dich bereit zu sterben? Er wollte, dass du bis zuletzt ein unbeschwertes Leben genießen kannst." Kalina dachte einen Moment darüber nach, und war nicht einverstanden. "Ich bin schon groß, und gewohnt, meine eigenen Entscheidungen zu fällen. Er hätte es mir sagen müssen." befand sie schließlich. "Kann ich ihn sprechen?" "Ich übernehme das." antwortete Manfred bestimmt. "Du willst einen Deal mit ihm machen? Meine Heilung gegen was?", fragte Kalina. Sie hatte tatsächlich ein helles Köpfchen. "Keine Angst, wir behandeln dich auf jeden Fall, aber das muss Radomir fürs Erste nicht wissen. Er hat mich bei den Verhandlungen wegen Nikolai ganz schön unter Druck gesetzt und ich möchte ihm mit gleicher Münze heimzahlen. Er soll uns als gleichberechtigte Partner akzeptieren lernen." "Einverstanden," antwortete Kalina, "aber wenn ich jemals gefragt werde, ich wusste nichts davon. Und jetzt brauche ich etwas Starkes. Wo ist hier die Mini-Bar, hoffentlich hat sie Wodka." Marianne nahm sich Kalinas wieder an, und Manfred verabschiedete sich mit einem knappen, aber von einem freundlichen Lächeln unterstützten Kopfnicken. Sandy bat er mitzukommen, er wollte sofort eine Verbindung zu Radomir Gruschin. Sandy brauchte nur wenige Minuten ihn zu finden, ...