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Das Refugium 2 - Complete 000 - 018
Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... aufschlug und sein restlicher Treibstoff in einem Feuerball aufging. Lisa segnete im Stillen wieder einmal die Entwicklungen der Ingenieure der Station, ohne die automatische Feuerfunktion hätte sie keine Chance gehabt, so einen schwierigen Schuss zu setzen. Mit der Automatik war es ein Kinderspiel, man hielt das Gewehr ungefähr in die Richtung, aus der man die Gefahr erwartete, und blickte durchs Zielfernrohr. Wenn dort etwas auftauchte, erkannte eine schlaue Automatik anhand der Augenbewegung und der Reaktion der Pupille innerhalb von Sekundenbruchteilen, ob es sich um das gewünschte Ziel handelte, korrigierte die Ausrichtung des Gewehrs mit Hilfe von winzigen, verschiebbaren Gewichten, die im Schaft eingearbeitet waren. Wenn das Ziel genau im Visier war, löste es den Schuss vollautomatisch aus. Das Gewehr hatte während der Erprobung nie vorbeigeschossen, und es gab einen Passus in der Bedienungsanleitung, der den Schützen explizit davor warnte, den Auto-Feuermodus leichtfertig zu nutzen. Normalerweise war es ratsam, erst einmal per ganz normalem Nachdenken sicher zu stellen, dass das, was sich da im Zielfernrohr bewegt hatte, tatsächlich das beabsichtigte Ziel war. In einem akuten Notfall wie diesem schoss das Gewehr einfach auf alles, was sich bewegte. Eine von einem Abgeordneten der Grünen eingebrachte Muss-Forderung, dass versehentlich im Schussfeld auftauchende Exemplare geschützter Tierarten erkannt und verschont werden müssten wurde von den Entwicklern zwar ...
... auf die Todo-Liste gesetzt, aber so weit unten, dass sie vor dem Zusammenbruch nicht mehr umgesetzt werden konnte. Die Drohne war also erledigt, aber jetzt aber musste Lisa sich sputen, sie warf das Gewehr hastig in den Copter, schwang sich ins Cockpit, und löste den vorbereiteten Alarmstart aus. Der Copter erkannte automatisch die prekäre Energiesituation und schaltete alles Überflüssige aus, auch die Tarnung, und katapultierte sich senkrecht nach oben. Weit kam er freilich nicht, dann versagte der Akku endgültig. Immerhin hatte die Restenergie aber genügt, den Copter mehrere hundert Meter über die Höhe des Bergkamms hinaus in die Luft zu schleudern. Genau im Umkehrpunkt, Lisa hatte schon vorausschauenderweise den Finger auf dem Notknopf, warf er das Kabinendach ab, und schoss einen einem Gleitschirm nachempfundenen Fallschirm in die Höhe. Dieser entfaltete sich sofort, und ließ den Copter langsam wieder zur Erde zurück schweben. Jetzt befand sich das Fluggerät in der prallen Sonne, es schaltete in den Lademodus, aber natürlich reichte das nicht annähernd, um die Antriebseinheiten flugfähig zu machen. Es reichte aber, um mit ihnen auf niedrigster Stufe laufend Einfluss auf die Flugrichtung zu nehmen. Lisa hatte Glück, der Wind stand günstig, und während sie langsam tiefer sank, wurde der am Schirm hängende Copter über den Gipfelgrat ins nächste Bergtal geweht. Bevor ihr der Berg endgültig die Sicht nahm, schweiften Lisas Augen als Reaktion auf einen ohrenbetäubenden ...