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Das Refugium 2 - Complete 000 - 018
Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... ablenkte, es reichte schon, dass er sich, was er aber vor Sandy nicht zugeben wolle, große Sorgen um Lisa machte. Sandy machten sich unverzüglich an die Arbeit, und Manfred half ihr so gut er konnte. Als erstes fanden sie heraus, dass der Seismograf den Einschlag einer schweren Artilleriegranate aufgezeichnet hatte. "Ob die Marauder wieder so ein Ding wie schon Mal in Besitz haben?", fragte Sandy Manfred. Der hatte ihr von dem missglückten Angriff der Marauder auf die Station erzählt. "Ich glaube nicht," antwortete dieser, "und wenn könnten sie nicht damit umgehen. Die Explosion war enorm, das war Streumunition, erste Sahne, so etwas hatten nur die Eliteeinheiten des Militärs zur Verfügung. Ich glaube eher, dass da ein neuer Spieler ins Spiel gekommen ist. Wir müssen auf jeden Fall herausfinden, wer da mit solchem Gerät herumspielt. Und ich mache mir Sorgen um Lisa." "Wenn Dir etwas passiert ist, Sis," dachte Sandy mit aller Intensität, die sie aufbringen konnte an Ihre Schwester, "halte durch, wir kommen zu Dir und helfen." Natürlich glaubte Sandy als nüchtern denkende Wissenschaftlerin nicht an so etwas wie Gedankenübertragung, auch nicht zwischen Schwestern. Aber vielleicht half es ja trotzdem? Lisa befand sich inzwischen in einem Dämmerzustand zwischen Leben und Tod, und war bereit, ins Jenseits hinüberzugleiten. Da hatte sie das Gefühl, Sandys Stimme zu hören, die sie anflehte, nicht aufzugeben. Das vertraute Gefühl, ihre Schwester nahe zu haben, gab ...
... Lisa noch einmal ein wenig letzte Kraft, gerade genug, um für einige Minuten ins Diesseits zurückzukehren. Geschwächt von Schmerzen und Blutverlust nahm sie zwei Männerstimmen wahr, die sich in ihrer Nähe unterhielten. "Das kannst du nicht machen", sagte gerade der eine, "sie ist eine junge Frau, wenn du es ihr abschneidest, wird sie ihr Leben lang ein Krüppel sein." "Wenn ich es ihr nicht abschneide, wird sie bald ihr Leben lang tot sein.", gab eine andere Stimme zurück. "Ich habe es so gut es ging untersucht. Das Eisen ist am Oberschenkel nahe der Hüfte durch, hat Muskeln und Knochen zerstört und Nerven und die großen Blutgefäße durchtrennt. Jetzt steckt es in ihr fest, und pinnt sie an den Sitz. Wenn man es herauszieht, wird sie verbluten. Und wenn nicht, wird die Sepsis sie innerhalb weniger Tage töten. Ich muss ihr Bein amputieren, wenn sie eine Chance haben soll." "Früher hättest du nicht so schnell aufgegeben". "Früher hatte ich eine Klinik zur Verfügung, ein geschultes Team, und mehr Material als ein altes Pfadfindermesser und ein paar lumpige Binden." Lisa nahm alle Konzentration und Kraft zusammen. "Nicht abschneiden.", kam es kaum hörbar von ihren Lippen. "Nicht abschneiden, bitte." "Hat sie gerade etwas gesagt?" "Unwahrscheinlich. Der Blutverlust war enorm, ganz zu schweigen vom Schock und den Schmerzen, sie liegt längst in tiefem Koma." "Doch, doch, hör mal genau hin!" Einer der Männer brachte sein Ohr ganz nah an Lisas Lippen. "Nicht ...