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Das Refugium 2 - Complete 000 - 018
Datum: 27.01.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... gemacht hatte. Als er zuletzt den Blutfluss wieder öffnete und nach zehn Minuten Lisas blasses Bein langsam wieder Farbe bekam wusste Walter, dass das Schwierigste geschafft war. Das Bein wurde durchblutet, und würde nicht absterben. Wenn keine heimtückische Infektion auftrat, würde Lisa zwar einige sichtbare Narben zurückbehalten, aber ansonsten wieder ganz gesund werden. Nachdem Lisa soweit versorgt und stabil war, improvisierten Walter und Hans aus ihrem Schlafsack und zwei Holzstöcken eine behelfsmäßige Trage, um sie schonend zu ihrem eigentlichen Lager zu bringen. Dieses befand sich in einem abseits gebauten kleinen Steinhäuschen, dessen schiefergedecktes Dach sogar noch vollständig intakt war. Früher war dort drinnen ein Dieselaggregat untergebracht gewesen, abseits der Hütte, damit der Lärm des Stromerzeugers die Schläfer möglichst nicht störte. Das Aggregat hatten die Marauder längst abgeräumt, aber das Häuschen war unversehrt geblieben, vermutlich weil es als Steinbau einfach nicht niederzubrennen war. Walter, Hans und Eva waren den Maraudern dank ihrer Bergsteigerkenntnisse entkommen, wenn Marauder anrückten stiegen sie einfach in die nächstgelegene Felswand ein, wohin ihnen die Marauder nicht folgen konnten. Weit oben fanden sie auch einige Überhänge, unter denen man zur Not halbwegs geschützt übernachten konnte, und richteten sich dort notdürftige Biwak-Lager ein, in die sie sich schnell zurückziehen konnten. Als der "Boss" schließlich zur Gruppe stieß ...
... und bald das Kommando übernahm, war eine seiner ersten guten Ideen, das im Lauf der Jahre weitgehend verschüttete alte Generatorhäuschen vollends unter Steinen zu begraben und mit zusätzlichen Steinblöcken und Gestrüpp zu tarnen. Hans steuerte eine raffinierte Mechanik bei, mit der man den Zugang hinter einer riesigen, genau ausbalancierten und verschiebbaren Steinplatte verschwinden lassen konnte. Jetzt konnten sich die kleine Gruppe drinnen dauerhaft recht gemütlich und wintersicher einrichten, ohne die Marauder fürchten zu müssen. Aber ohnehin wurden die Besuche der Marauder, nachdem diese die Berghütte geplündert und angezündet hatten, immer seltener, bis sie schließlich ganz aufhörten. Dies hing auch damit zusammen, dass Walter und Hans den Klettersteig durch die Klamm nicht nur zerstört, sondern auch mit tückischen Fallen gespickt hatten. Es sah stets nach einem Unfall aus, wenn ein Marauder von einem Steinschlag getroffen oder durch einen plötzlich nachgebenden Tritt oder einen angeknacksten Felsanker in die Tiefe gestürzt wurde. Die Klamm war für Ortsunkundige eine Todesfalle. Unter den Maraudern sprach sich das natürlich herum, und sie vermieden es, sich ohne Aussicht auf Beute in Gefahr zu bringen. Walter, Hans und Eva trugen Lisa, nachdem sie sie zusammengeflickt hatten, vorsichtig in das Generatorhäuschen. Innen war das Häuschen wesentlich größer, als man es von draußen hätte vermuten können. Im bergseitigen Teil hatte man einen Tunnel in den Hang getrieben, ...