1. Ausgrabungen


    Datum: 22.02.2023, Kategorien: Reif

    ... wieder anzulegen.
    
    Wir brauchten uns nicht gegenseitig zu fragen, wie es uns gefallen hatte. Wir hatten uns sichtbar anstatt Kleidung Mäntelchen der Zufriedenheit umgelegt. Eine matte, erschöpfte Zufriedenheit, merkte ich recht schnell. In diesem Moment konnte ich mir auch eigentlich nicht vorstellen, dass ich an diesem Abend noch einmal den Schalter umlegen und in Aktion springen könnte. Und beispielsweise Antonias Zukunftspläne verwirklichen helfe.
    
    Insgeheim hoffte ich komischerweise darauf, dass Antonia uns noch einmal Angebote bezüglich ihrer Energiequelle und in meinem Fall auch vielleicht einem kleinen Helfer von sich aus machen würde, da ich einfach zu verunsichert und feige war, um selbst zu fragen. Es kam aber zunächst von ihr nichts in dieser Richtung.
    
    Lenny musterte mich aufmerksam.
    
    "Du siehst ganz schön fertig aus, mein kleiner Schatz. Haben wir bösen Mädchen dich kaputt gemacht?", analysierte sie mit ungemeiner Treffsicherheit.
    
    "Es gibt einen gewissen Verschleiß zu beklagen, das ist ganz richtig", gab ich ehrlicherweise zurück.
    
    Antonia fragte nicht einmal, dosierte ihren kleinen Löffel und hielt ihn an meine Nase. Okay, also hatte ich jetzt zwei Gedankenleserinnen am Hals. Das konnte ja heiter werden. Ich zögerte noch vielleicht zwei Sekunden und sog dann das Pulver auf. Mir lief gleich ein wenig den Rachen runter, und meine Nase wurde sofort taub. Dann stellte sich langsam die Wirkung ein. Auch Lenny bediente sich dankend und lächelnd.
    
    Die ...
    ... Wirkung war ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Zunächst ein leichter Euphorie-Schub, dann fühlte ich mich deutlich wacher und fitter, aber ich hatte irgendwie etwas Stärkeres erwartet, einen echten Rausch, eine Veränderung der Wahrnehmung.
    
    Dann aber setzte die Unruhe ein, gar nicht mal ein Bewegungsdrang, sondern eher der Wunsch aus mir herauszugehen, mit den Frauen zu reden, zu lachen, zu lieben, mit ihnen die Welt zu umarmen und aus den Angeln zu heben, was mir ja absolut leichtfallen würde, weil...
    
    ...ja weil dieses Kokain meinen Kopf ganz mächtig und dabei so wunderschön hinterhältig aufpustete. So, so, sieh an, gut, gut, aha.
    
    Because it's cocaine sure running round my brain.
    
    Ja, ich verstand Antonia plötzlich besser, Lenny, mich selbst und die Welt als solche, nur warum ich mir solche Freuden mein Leben lang versagt hatte, wollte mir absolut nicht mehr einleuchten. Auf einem Bein kann man nicht stehen? Wie wahr, wie wohl, na klar, hab Dank, hurra.
    
    And it's cocaine sure running round my brain
    
    .
    
    13
    
    And die folgenden Stunden erinnere ich mich durchaus. Daran, in diesen vermutlich mehr geredet zu haben, als in meinem kompletten bisherigen Leben zusammen, an energischen und fantastischen Sex, inklusive der Umsetzung von Antonias Plänen und deren Adaption für Lenny.
    
    Nicht mehr, wer von den beiden mir erklärte, dass man nichts vom Trinken merkt, wenn man sich auf der genannten Droge befindet. Wohl aber, dass sie vergaß zu erwähnen, dass das ...
«12...777879...87»