1. Kunstunterricht an der VHS


    Datum: 10.03.2023, Kategorien: Kunst,

    ... und Björn hatten einen Ständer. Für mich nicht überraschend, denn ich weiss,
    
    dass trotz meiner 47 Jahre der Anblick meines Hinterns immer noch manchen Mann aus
    
    der Fassung bringen kann. Aber die steifen Schwänze wurden von den Frauen ziemlich
    
    unaufgeregt zur Kenntnis genommen und blieben unkommentiert.
    
    "Na, das war doch gar nicht so schwer. Ich will euch mal was sagen: ich bin froh,
    
    dass wir nicht mit professionellen Modellen arbeiten werden. Viele schämen sich
    
    ihrer Nacktheit, weil sie meinen, nicht gut genug auszusehen. Ich finde jedoch
    
    gerade das Nichtperfekte reizvoll. Und das vermeintliche Ideal kommt in der Realität
    
    kaum vor. Ich finde euch wunderschön, so wie ihr seid."
    
    Alle applaudierten. Der erste Abend war vorüber.
    
    Der Kurs war für ein halbes Jahr konzipiert und umfasste 20 Doppelstunden.
    
    In den ersten 4 Terminen stand ausschließlich ich Modell. Die relativ harmlosen Posen
    
    dienten dazu, den Kursteilnehmern die Grundlagen zu vermitteln. Zum Glück waren alle
    
    mit Talent gesegnet, so dass ich recht schnell bei allen Fortschritte erzielen konnte.
    
    Nacheinander kamen nun alle dran, selbst nackt Modell zu stehen. Ich half beim
    
    ungewohnten Posieren und gab Tipps. Die ersten beiden Abende verliefen sehr schön und
    
    problemlos.
    
    Ich spickte alle Abende übrigens mit Beispielen und Informationen aus der Kunst- und
    
    Kulturgeschichte, eine Slide-Show mit anschließender Diskussion nahm sogar eine ganze
    
    Doppelstunde in ...
    ... Anspruch.
    
    Am einem Abend kamen Inga und Bernhard auf mich zu und fragten, ob sie zusammen
    
    nach ihren Vorstellungen posieren dürften. Natürlich durften sie, denn das entsprach
    
    genau meiner Vorstellung, möglichst viele TeilnehmerInnen zu zweit posieren zu lassen.
    
    Die beiden zogen sich also aus und stellten sich nebeneinander vor die Zeichenrunde.
    
    Beide wirkten auf den ersten Blick unscheinbar, aber beim genauen Hinschauen
    
    offenbarte sich ihre natürliche Schönheit. Beide hatten ihre Intimbehaarung behalten,
    
    diese aber sorgfältig gestutzt. Sie passten zueinander.
    
    Sie fassten sich bei der Hand und lächelten sich an. Mehr nicht. Aber es war grossartig!
    
    Dieses sympathische Paar in seiner unbekümmerten Nacktheit strahlte eine Erotik aus,
    
    die ich bei professionellen Modellen noch nie gesehen hatte. Kein Wunder, denn die
    
    beiden liebten sich ja offensichtlich wirklich.
    
    Nach einer angemessenen Zeit, die für das Zeichnen notwendig war, ergriff Inga das
    
    Wort: "Wir werden jetzt die Position wechseln. Und dafür ist Sabrinas schamlose Pose
    
    am ersten Abend verantwortlich. Wir sind selbst oft nackt, am Strand oder in der
    
    Sauna, aber wir fanden es unmöglich, völlig fremden Leuten seinen Intimbereich so
    
    offen zu zeigen. Aber als wir dann zu Hause darüber redeten, hat uns das doch auch
    
    irgendwie imponiert, ja sogar fasziniert. Und deshalb haben wir beschlossen, unser
    
    eigenes Schamgefühl und alle unsere Hemmungen über Bord zu werfen. Darum werden ...
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