1. Miranda 03 - Martina


    Datum: 26.03.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... 'Und du hast so schön gesungen, das hat mich motiviert, weiterzumachen.' -- 'War ich wirklich so laut?' -- 'Du hättest Dich hören sollen. Es gab sogar ein Echo im Haus. Zuerst glaubte ich, Martina zu hören, wie wenn sie es Dir nachmachen würde, höchstens noch lauter, so dass man es durch die Wände hindurch hören konnte, aber das war ja unmöglich, also muss es im Haus ein Echo geben.'»
    
    Ich musste mich voll konzentrieren, um mir das vorzustellen, aber dann konnte ich mich ganz in Martina hineindenken, wie sie dasass und ihren Eltern zuhörte, wie sie genau jene Szene beschrieben, die Martina in der Nacht spionierenderweise miterlebt hatte. Das muss beeindruckend gewesen sein.
    
    Plötzlich wurde ich stutzig: Waren das jetzt Bilder, die ich von Martina erhalten habe, oder habe ich die selbst 'zusammengeschustert'? Ich wusste, wie man das herausfinden kann, und da ich mit Martina sprechen konnte, war das auch zu machen: Ich beschrieb, wie das Klo aussah, und zwar aus der Perspektive von Martina, als sie ihren Eltern zuhörte!
    
    Sie widersprach mir nicht, aber sie hörte mir nicht voll zu, weil sie mit ihren Gedanken an einer 'anderen Stelle' war. Sie beschäftigte eine ganz andere Frage, die sie nun formulierte: «Kannst Du Dir das vorstellen?» -- «Ja» -- «Wirklich? Du lachst mich nicht aus oder so was?»
    
    Statt einer Antwort küsste ich sie. Ich wollte sie beruhigen und meines Verständnisses versichern oder so was, da ich ihre Anspannung spürte, aber mir fehlten die Worte, also ...
    ... habe ich einfach geküsst, dann war mein Mund wenigstens beschäftigt, und Martina konnte in Ruhe überlegen, was sie daraus machen wollte. Offensichtlich kam sie zur Ruhe und schaute wieder mit mehr Zuversicht, aber immer noch etwas Skepsis in den Augenwinkeln auf mich herunter: «Du kannst das wirklich! Bri und Athene hatten recht!»
    
    Jetzt machte ich fragende Augen. «Sie haben behauptet, Du seist etwas Besonderes, nicht nur beim Sex, sondern auch so. Athene äusserte die Meinung, man könne in Deinem Gesicht lesen, aber nur wenn Du das zuliessest. Wenn Du ein Pokerface machst, sehe man nichts, aber wenn Du einverstanden wärest, könne man in Deinem Gesicht lesen wie in einem Buch, nur schneller. Zum Lesen mit Buchstaben würde man ja Zeit brauchen, aber in Deinem Gesicht gehe das viel schneller, geradezu in Nullzeit.»
    
    Jetzt stockte sie, wie wenn sie sich gedanklich irgendwo verhakt hätte. Dann holte sie tief Luft und rief: «Aber nicht nur! Du hast mir soeben bewiesen, dass es auch umgekehrt geht!»
    
    Sie war offensichtlich tief bewegt. In ihr schien ein Prozess abzulaufen, den ich nicht stören wollte. In so einem Moment ist es am besten, der Person einfach Raum zu lassen. Natürlich war ich neugierig und gespannt wie ein Regenschirm, und das wiederum hat Martina deutlich gesehen.
    
    «Also, ich glaube, wir müssen mal eine Art Auslegeordnung machen. Athene und Brix haben es nicht so formuliert, aber ich glaube ich weiss jetzt genau was sie gemeint haben: Du kannst etwas so denken, ...
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