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Oh mein Gott was für eine Party
Datum: 27.06.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... stotterte ich weiter vor mich hin. Erst einmal eine Zigarette auf dem Balkon rauchen und frische Luft schnappen. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint heiß herunter. Meine Stimmung ist aber im Keller. Was soll ich machen? Wer hat die Bilder gemacht? Was soll das Ganze? Wie soll ich mich verhalten? Fragen über Fragen schießen durch meinen Kopf und ich habe keine Antwort parat. Ich setze mich wieder an den Rechner und schaue noch einmal über die Bilder. Der Zeitstempel auf den Bildern verrät mir, dass das erste Bild im letzten Jahr auf dem Frühlingsfest entstanden ist. Peter in der Pavillonecke, Theo in der Küche, Rene im Baumhaus, Frank im Hausflur, Tom in Thomas' Bett, Simon in der Garage, Falco in der Bar, Austauschstudent unter der Dusche, Gesicht nicht zu erkennen auf der Wiese und Micha auf der Toilette. Ok, das sind scheinbar meine Jungs und alle bei der Burschenschaft. Zu meinem Bedauern kann ich mich nicht an jedes tät a tät erinnern, obwohl ich eindeutig auf den Bildern zu sehen bin. Das letzte Bild ist vor drei Wochen entstanden und zeigt Micha mit mir auf der Toilette. „Julia, weniger Alkohol und weniger Party", sinniere ich vor mich hin. Das kann doch alles nicht wahr sein! Ich renne etwas kopflos durch die Wohnung. Ich bin völlig durch den Wind und checke noch einmal das Paket. Es ist nichts weiter drin, als der Brief und es steht natürlich kein Absender drauf. „Julia, du bist im Arsch", sage ich vor mich hin. Warte, die drei anderen Nachrichten ...
... auf dem Handy. Hat der Jemand damit zu tun? Ich schnappe mir das Handy und rufe die Nummer an. Was passiert, ist nichts. Es klingelt und klingelt und ich lege nach gefühlt fünf Minuten genervt auf. Ok, ich muss etwas tun. Ich nehme ein weißes Blatt Papier. Wenn ich eine Aufgabe beurteilen soll, finde ich es angenehmer, es mir zu notieren. Das mache ich in der Uni auch so und es sortiert mich. Ok, bisher ist nichts passiert, außer den heimlichen Bildern von mir. Ich habe den Stick bekommen und nichts weiter. Kann ich was machen oder tun in der jetzigen Situation? Nein, kann ich nicht. Ob ich Marie mal Frage, was sie von der Sache hält? Ich verwerfe den Gedanken und will erst einmal abwarten. Trotzdem muss ich jetzt hier raus und entschließe mich, an den See zu fahren. Die Tasche ist schnell gepackt und 25 Minuten später breite ich die Decke am Strand aus. Es sind fast 29°C und ich setze mich auf die Decke. Ich ziehe mir mein weißes Kleid über den Kopf und öffne meinen weißen BH. Schnell noch den Slip aus und die Bikinihose an und schon kann das Sonnen beginnen. Ich liebe es, nahtlos Braun zu werden und zu spüren, wie sich Schweißtropfen bilden und sich langsam den Weg über die Haut suchen. Fast wie in der Sauna. Im Sommer ist es schöner, wenn man ein Kleid trägt und nicht die Abdrücke vom Bikinioberteil sieht. Oben ohne lege ich mich aber nur hin, wenn wenig am See los ist. Ich mag es zwar, möchte mich aber niemandem mit meiner Nacktheit aufdrängen. Schnell noch eingecremt ...