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Oh mein Gott was für eine Party
Datum: 27.06.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane,
Oh, mein Gott, was für eine Party gestern! Mein Kopf dröhnt und ganz wohl ist mir nicht, als ich versuche, aus dem Bett zu kommen. Ich muss erst einmal auf der Kante vom Bett sitzen bleiben, da sich alles dreht. Der verdammte Alkohol hat mich wieder erledigt. „Julia! Julia, du musst ruhiger werden mit deinen 25 Jahren", denke ich und spreche leise vor mich hin. „Ich werde zu alt für die Gartenpartys bei den Jungs in der Burschenschaft." Diese laufen öfter aus dem Ruder, sind aber ultra beliebt in der Uni. Ich studiere gerade Jura im 6. Semester und kenne von dort meinen Schwarm Thomas. Seit ich ihn kenne, darf ich auch ohne Einladung dort zu den Partys gehen. Dafür helfe ihm beim Studium und gebe ihm öfter mal Nachhilfe. Also für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Mein Kopf hat gerade wieder die innere Mitte gefunden und ich erhebe mich aus dem Bett. Im Spiegel von meinem Kleiderschrank kann ich das Elend auf zwei Beinen deutlich erkennen. Meine 1,75m verteilen sich auf einen normalen Körper mit 70 kg. Ich habe kurze braune Haare und tolle Brüste. Mit den 80c kann ich auch die Jungs sehr schnell überzeugen, wenn ich es drauf anlege. Ein schönes vorteilhaftes Kleid und sie kommen toll zur Geltung. Obwohl bei Thomas zieht das nicht. Der hat nur seine blöde Freundin Tanja im Kopf. Als ich mich im Spiegel so betrachte, sehe ich überall leichte Kratzer und Striemen. „Wo bin ich denn da wieder reingefallen? Weniger Alkohol, Julia Schätzchen", sinniere ...
... ich vor mich hin. Währenddessen fahren meine Finger über die Kratzer. Sie sind ganz leicht und fast nicht zu sehen. Wenn man sich etwas vom Spiegel wegdreht, verschwinden sie fast. Diese verdammten Konfettikanonen von den Jungs. Das Zeug klebt überall, aber die Jungs lieben die Teile und eskalieren damit immer richtig. Überall an meinem Körper kleben die kleinen weißen Reste immer noch. Gott sei Dank haben sie diesmal weniger Glitzer benutzt. Es nervt total, wenn man tagelang überall das Zeug findet. Halt Burschenschaftspartys, immer ein Event von Anfang bis zum Ende. :) So, jetzt aber ab unter die Dusche und das warme Wasser spüren. Gefühlte drei Stunden später bin ich etwas fitter zurück in meinem Schlafzimmer. Irgendwie muffelt alles, wenn man frisch geduscht ist und vor allem nach einer Partynacht. Ich öffne erst einmal die Fenster und atme tief die frische Luft von draußen ein. Die Sonne scheint über den Dächern der Stadt. Oh Gott, ist das kitschig. Als ich ins Zimmer zurückgehe, ziehe ich schnell die Bettwäsche ab, die sehr stark riecht. Der Duft verursacht bei mir einen kleinen Würgreiz und erinnert mich daran, dass ich dringend was zu essen brauche. Nachdem ich die Wäsche angestellt habe, mache ich mir ein schönes Brot mit Nutella und ziehe mich in mein Wohnzimmer zurück. Auf der Couch fällt mir gerade ein, dass ich mein Kleid von gestern Abend nicht gesehen habe. Einmal durch die Wohnung geschaut und ich stelle fest, dass weder das Kleid, ...